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Alt 08.03.2018, 18:05   #3 (Permalink)
Punkratz
Rennmausliebhaber
 
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Standard AW: Afrikanische Knirpsmäuse- das große Haltungsexperiment

Find ich super spannend was du vor hast

Aktuell scheint es ja wirklich einen Umbruch in den Haltungsbedingungen zu geben, vor allem was die Gruppengröße angeht.

Zitat:
Entgegen der Freilandbeobachtungen, die Mus minutoides eher als solitär bis paarweise lebende Art ausweist (Monadjem 2013; Stuart & Stuart 2001, S. 112) , basiert die derzeit dominante Form der Haltung in Privathaushalten wie auch in zoologischen Einrichtungen auf dem vollkommenen Gegenteil: Es wird die Haltung größerer Kolonien empfohlen und praktiziert. So erklärt Noack (2016): "Großgruppentier – Haltung in selbstregulierenden Familiengruppen". "Selbstregulierend" soll hier heißen, dass davon ausgegangen wird, dass die Population auf eine bestimmte Größe anwächst, bis die Geburten und Sterbefälle sich gegenseitig ausgleichen. Auch Bilder und Beiträge in Online-Communities zeugen davon, dass eher Gruppen von 15 bis 50 (in wenigen Fällen auch über 150) Tieren gehalten werden und Paarhaltung kein Thema ist. Dabei birgt die Haltung mit größeren Individuenzahlen auch Probleme vom Ausbleiben neuer Würfe bis zu tödlichen Aggressionen innerhalb der Gruppe.

Kommentar in einer Facebook-Gruppe
Kommentar in einer Facebook-Gruppe
Nicht nur die gleichgeschlechtliche Gruppenhaltung oder die Vergesellschaftung erwachsener Tiere birgt Risiken, sondern auch die Haltung großer Gruppen insgesamt: Etliche Halter_innen berichten von plötzlichen kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen den Tieren oder von harmonischen Familienverbänden, die von heute auf morgen "zerfallen". Gleichzeitig werden für absolut atypische und eher alarmierende Verhaltensweisen wildromantisierende Erklärungen abgegeben. In einer Facebook-Gruppe schreibt ein Mitglied: "Die Gruppe ist harmonisch, nur altersschwache und kranke Tiere werden rigoros getötet und aufgefressen. [...] Es ist halt die Natur."

Jedoch entspricht es ganz und gar nicht der Natur sozialer Mäuseartiger, erwachsene Familienmitglieder zu töten. Wenn hier kein Beobachtungsfehler vorliegt, kann von einem Fehler in der Haltung ausgegangen werden. Spätestens dann, wenn Spannungen in einer Gruppe dazu führen, dass Tiere sich verletzen oder gar töten, sollte überdacht werden, ob große Kolonien wirklich das Nonplusultra sind.
Quelle: https://ratfrett.jimdo.com/tiere/knirpsm%C3%A4use/

Bei Rodent- Info steht ja schon seit geraumer Zeit dass sie in Freilandbeobachtungen eher solitär leben.

Zitat:
Obwohl Afrikanische Zwergmäuse bei uns zumeist in Familiengruppen gehalten werden, sprechen Literaturquellen teils von solitärer Lebensweise (vgl. „Säugetiere des südlichen Afrikas“), was eine Erklärung dafür sein kann, warum so häufig scheinbar harmonische Gruppen plötzlich auseinanderbrechen.
Rodent-Info.net - Die Infoseite rund um Kleinsäuger
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