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Alt 29.03.2018, 19:21   #1 (Permalink)
Babymaus
 
Registriert seit: 29.03.2018
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Beiträge: 4
Standard Wilde Maus zugelaufen – was jetzt?

Hallo liebe Mäusegemeinde,

gleich vorweg gebe ich lieber zu, dass ich keine Ahnung von Mäusen oder deren Haltung habe, weder ihre Signale interpretieren kann, noch mir irgendwelcher Risiken oder Tücken bewusst bin. Bis auf einen Internetratgeber und ein paar Wikipedia-Einträge bin ich völlig ahnungslos und daher sollte man alles, was ich in den nächsten Zeilen schreibe, bestenfalls als gefährliches Halbwissen einstufen. Trotzdem brauche ich euren Rat:

Mir lief vor etwa einer Woche in der U-Bahn eine Maus zu, im wahrsten Sinne des Wortes: Ich saß auf dem Heimweg von der Arbeit auf einer Bank, da kam sie von irgendwoher zu mir und presste sich gegen meinen Schuh, scheinbar um Schutz zu suchen. Und weil ich ein etwas zu neugieriger (und was Tiere angeht, etwas dämlicher) Mensch bin, habe ich sie auch gleich aufgehoben, was sie wehrlos zugelassen hat. Dort, also auf meiner Handfläche schlief sie wenig darauf ein. Dass das Tier schwer krank sein und ich mich infiziert haben könnte, fiel mir natürlich erst eine gute Stunde später ein.

Kurze Zusammenfassung, da die Geschichte sonst zu lange wird: Ich habe (weil ja, dämlich) die Maus mit nach Hause genommen, einen Käfig improvisiert und bin am nächsten Tag mit dem Tierchen zu einer Tierverkäuferin vor Ort gegangen. Diese erklärte mir, dass es wohl ein viel zu junger Mäuserich von der Gattung der Hausmaus sein muss (keine Ahnung, wie sie das Geschlecht erraten hat, ohne es sich anzusehen - sie hatte aber Recht) und ich ihn töten würde, wenn ich einfach in der Kältewelle ausgesetzt hätte. Sie meinte dann noch, dass er in den nächsten Tagen wahrscheinlich eh von selbst sterben wird, eben weil er noch zu jung ist und ich ihm keinen Gefallen tue, wenn ich ihn in einem Käfig halte.

Tjo, seitdem ist mehr als eine Woche vergangen. Balisto (benannt nach der ersten Mahlzeit, die ich ihm aus einem Automaten gekauft habe) geht es aktuell blendend - also, aus der Sicht eines Mauslaien. Er hat die Ohren wieder aufgestellt, sein Fell ist glatt und glänzend geworden und er zeigt keine Symptome irgendeiner schweren Krankheit. Eher im Gegenteil: Er wird immer schneller und fitter ... und größer, obwohl Letzteres auch täuschen könnte. Er klettert sogar freiwillig auf meine Hand und von dort ganz gern auf die Schultern. Angst vor mir scheint er keine zu haben, solange ich mit den Fingern von vorne und langsam auf ihn zukomme. Es hatten ihn sogar schon meine Freundin und ein guter Kumpel auf der Hand, bei denen er sich etwas mehr schüchtern, aber auch nicht panisch verhält. Im Allgemeinen würde ich Balisto auch eher als neugierig als denn schreckhaft beschreiben.

Vielleicht kann irgendjemand etwas mit dieser Fülle an Informatonen anfangen. Für Fragen stehe ich sonst natürlich offen. Und ja, ich weiß, dass es als Tierquälerei gilt, wilde Mäuse in einen Käfig zu sperren. Problem ist nur, dass ich keinen Garten habe und ihn auch nicht frei in der Wohnung herumlaufen lassen kann.


Meine Fragen sind jetzt jedenfalls:

1) Was soll ich tun? Ihn aussetzen, wenn ja, wann und wo? Bei uns wimmelt es von Katzen!

2) Sollte ich dort vielleicht so etwas wie ein Startkapital hinterlassen, wie z.B. eine Schüssel voller Körner und Mehlwürmer, dass er wenigstens eine Chance hat (irgendwie empfinde ich es als sinnlos, ihn gerettet zu haben, damit er in der Natur durch Hunger stirbt).

3) Kann jemand etwas mit den Photos anfangen? Mir z.B. sagen, zu welcher Gattung er tatsächlich gehört und wie man diese behandeln sollte.

4) Ein Bekannter meinte, ich hätte die Maus durch meine Unbedarfstheit eventuell falsch geprägt und unfähig dazu gemacht, in der freien Wildbahn zu überleben. Falls ja, wäre es überhaupt möglich, eine U-Bahn-Maus als Haustier zu halten? Also, ohne ihr Unrecht zu tun.

5) Warum kam er überhaupt zu mir? Müssten ihn nicht all seine Instinkte soweit wie möglich von mir weggescheucht haben?


Gut, dieser Blocktext wirkt jetzt vermutlich unglaublich ahnungslos – was mäusetechnisch gesehen auch bin. Für jeden Tipp, der für Balisto nicht tödlich endet, wäre ich sehr dankbar. Bisher hat man mir nur geraten, ihn ins Gefrierfach zu stecken, damit er dort friedlich entschlafen kann. Oder den Schädling (der er aus meiner Sicht nicht ist) an die nächstbeste Katze zu verfüttern. Wäre mir sehr Recht, wenn das nicht notwendig ist.


Viele Grüße,

der Baecker
Angehängte Grafiken
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Geändert von Baecker_Scholz (29.03.2018 um 19:25 Uhr)
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Alt 29.03.2018, 19:56   #2 (Permalink)
Realitätsflüchtling
 
Registriert seit: 17.03.2005
Ort: BaWü bei Stuttgart
Beiträge: 10.593
Standard AW: Wilde Maus zugelaufen – was jetzt?

Puuuuuuuuuuuh.

Du gute Seele!!

Ich bin mir nicht ganz sicher mit der Hausmaus (aber doch zu 70%),
womöglich doch was Waldmausartiges?

Jedenfalls, egal welche Art:

Superjung, 4-5 Wochen.

Was es mir etwas leichter macht mit Antworten, weil ich hochrechne, dass die Maus entscheiden wird.

--- entweder sie wird weiterhin gerne bei Dir sein und kein bisschen fremdeln - dann kann man sie auch nicht auswildern, und es wird ein Haustier draus.

es ist sowieso nicht ganz sicher, dass das eine wilde Maus ist - könnte auch ein Tier sein, dass ein Kind oder sonstwer mit nicht so ganz großem Verantwortungshorizont mehr oder weniger absichtlich verloren hat.
An Bahnöfen wurden auch schon viele farbige und gescheckte eingesammelt, wo dieser Fall eindeutig war => er ist hier auch nicht auszuschließen. (ad 5!, auch ad 4)

oder aber:
--- das Tier tut, was die wilden Päppels tun, die ich schon hatte:
Es wird auf einmal fürchterlich wuselig und aufgeregt und will, obwohl Handaufzucht, nichts mehr von mir - als nur: weg!!!
(ad 4 - so jung verlernen die das superschnell)

=> einen großen Käfig besorgen und schauen, wie sich das Kerlchen entwickelt.
- Bleibt's zahm, kriegt's Gesellschaft /da passen Farbis, (wenn Deins mus musculus bleibt). Falls wirklich männlich, kastrieren.
- Wird's wild und tobt panisch durch den Käfig:
raus die Maus. Beim nächsten Ponyhof idealerweise.
(Klassiker bei Wilden: sitzt ganz still, wenn - große - Fluchtdistanz unterschritten, und dann springt's Dich auf einmal an. Machen domestizierte Linien NIE)

Und noch ein Trost:
Richtig mies ist der Hanta-Virus, aber da habe ich noch nichts anderes gelesen, als dass die Rötelmaus (alleiniger) Übertäger ist. Rötel ist's definitiv keins

Ohne Dich wär das Tier tot - über "Idealbedingungen" kann in solchen Fällen nicht mehr verhandelt werden, zu spät.
Also das Beste draus machen - und was mir als das Beste einfällt, hab ich jetzt getippselt.

Hirse besorgen (Kolben für Wellis zB), und dann kannst Du Dein ungezuckertes Müsli zufüttern, das wär mal schnell artgerechtes Futter herbei, bis Du Dich hier noch ein bisschen im wiki einlesen kannst.

UM München sitzt Du ganz gut, da gibt's hier noch ein paar, die vielleicht vor Ort besitehen können.

Jetzt genieß' das Tierlein einfach 'ne Runde (das war unterkühlt, und auf Männchen kam die wohl, weil die irgendwann aus dem Nest verscheucht werden. Solange Dein Tier aber nicht nach Bock riecht, war das nicht der Fall. Wie geagt, Haustier GAR Nicht ausgeschlossen!!)
stefanie ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 29.03.2018, 19:56   #3 (Permalink)
mausgrau
 
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Ort: Ammersee
Beiträge: 5.855
Standard AW: Wilde Maus zugelaufen – was jetzt?

Hallo Baecker,
erst einmal: Das hast Du klasse gemacht und zum Wohle der Mausheit diesem Exemplar ganz sicher das Leben gerettet. Dafür im Namen der Mausegemeinde höchstes Lob und Dank! Deshalb ist es auch vollkommen verzeihlich, wenn Dein Wissen maustechnisch nicht auf dem höchsten Stand sein sollte.

Immerhin hast Du die ganzen dämlichen Ratschläge (Katze verfüttern, Kühlschrank ) nicht beherzigt und dem Mausexemplar so zum zweiten Mal das Leben gerettet.

Drittens bist Du aus allen vorigen Gründen hier goldrichtig.

Zu Deinen Fragen: Die Maus wird überhaupt nicht falsch geprägt. Ich habe letztes Jahr eine Waldmaus ausgewildert, die auch anschließend noch eine Zeit lang auf die Hand kam (in der "Wildnis") und trotzdem mindestens 4 Monate überlebt hat.

Deine Maus ist echt noch klein und sollte Deine Kost und Logis noch eine Zeitlang genießen dürfen. Also weiter aufpäppeln.

Das Wichtigste ist die Artbestimmung, damit das Nagerchen irgendwann in eine passende Umgebung freigelassen werden kann. Bitte kannst Du noch Fotos vom Bauch machen? Und vielleicht in einer Woche noch mal Fotos hochladen. Gerade bei so kleinen Mäusen bilden sich die Artmerkmale erst allmählich heraus. Tatsächlich sieht der Balisto nach Hausmaus aus. Was mich aber irritiert ist seine Zutraulichkeit. Ich hab selbst schon wilde Hausmäuse aufgezogen und kann nur sagen, daß die extem scheu sind. Sowie die Augen geöffnet sind, wollen sie überhaupt nicht mehr angefaßt werden, weshalb ich ernstlich überlege, ob es sich nicht auch um eine wildfarbene, ausgesezte Farbmaus handeln könnte.

Auch von daher wäre es gut, wenn Balisto noch ca. 2 Wochen in Beobachtung bliebe, ob sich das zutrauliche Verhalten dann verliert. Eine Farbmaus hat in der Natur keinerlei Überlebenschance. (Vielleicht kannst Du noch mal am Fundort vorbeischauen, ob Du noch andere Mäuse dort sichten kannst?)
Was fütterst Du denn?

Wilde Hausmäuse dürfen gar nicht in die freie Natur entlassen werden. Sie leben eigentlich nur in menschlichen Gebäuden, weswegen die Auswilderung nicht so einfach ist wie bei Waldmäusen. Man kann die Hausmäuse ja nicht einfach so jemand in die Ställe oder Heuschober setzen. Meine Idee wären Pferdeställe (ist auch nicht ganz "sauber"). Dort finden sie Futter und Unterschlupf. Tiergärten und Zoos sind auch eine "gute" Idee. Dort kann man auch sicher sein, daß kein Gift ausgelegt wird.

Also ich würde Balisto noch mindestens 2 Wochen päppeln und dann noch mal überlegen, ob es eine Haus- oder wildfarbene Farbmaus ist und dementsprechend handeln. Wilde Hausmäuse kann man eigentich nicht in Käfigen halten, die werden fast "verrückt" und versuchen ständig auszubrechen, weil sie einen so großen Freiheitsdrang haben.

Zur Gesundheit der Maus: Wichtig ist, daß die Maus keine "Geräusche" macht, wie Schnattern, Zwitschern o.ä. In dem Fall wäre ein TA der richtige Ansprechpartner, da das Hinweise auf einen Atemwegsinfekt sein können. Glänzendes Fell ist ein gutes Zeichen (auf dem ersten Foto sieht die Maus krank aus: gesträubtes Fell, zusammengekauert, kleine Augen). Außerdem sollte die Maus gut fressen und trinken.

Falls noch Fragen auftreten - gerne.
Viele Grüße
Fufu
Fufu ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 29.03.2018, 20:05   #4 (Permalink)
Realitätsflüchtling
 
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Standard AW: Wilde Maus zugelaufen – was jetzt?



Das war, gleichzeitg ,
in verschiedenen Worten so ziemlich das Gleiche von Zweien,
denen Wilde nicht ganz fremd sind.

1.) Wir haben recht
2.) Kannst Dich dran halten


(wie oft ich in nächster Zeit online sien kann, ist unklar...)
stefanie ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 29.03.2018, 20:10   #5 (Permalink)
mausgrau
 
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Standard AW: Wilde Maus zugelaufen – was jetzt?

Oh Baecker - Du sitzt in München! Hab ich glatt übersehen.
Das ist super. Wenn Du magst, kann ich mir Deinen Balisto nächste Woche irgendwann ansehen, das ist leichter als über Foto.

Falls er ausgewildert werden soll, kann ich auch helfen.
Wenn Du magst, schreib mir einfach eine PN mit Deiner E-Mail-Adresse.
Übrigens wildere ich immer mit Holzkisten aus, die fuchssicher sein sollen und für die erste Zeit einen Unterschlupf mit Futterreserve bieten.
Viele Grüße
Fufu
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Alt 03.04.2018, 22:54   #6 (Permalink)
Babymaus
 
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Standard AW: Wilde Maus zugelaufen – was jetzt?

Hallo liebe Mausebande,

bitte verzeiht diese wahnsinnig späte Antwort. Die Osterfeiertage hatten's wieder mal in sich. War bei euch wahrscheinlich nicht anders

Also zunächst einmal ganz, ganz großes Dankeschön für die unglaublich schnellen und umfassenden Antworten! Muss auch sagen, dass ich von eurem Fachwissen beeindruckt bin (hoffentlich klingt das jetzt nicht wie Ironie).

@Fufu: Gern. Ich schreibe dir bei Gelegenheit. Die Kolbenhirse habe ich zudem besorgt, Balisto mag sie, auch wenn er sie wohl eher als essbares Baumaterial versteht.

Wild / handzahm:
Also, ich habe wohl, was handzahm angeht, aus Unwissenheit übertrieben. Er ist nicht annähernd so zutraulich, wie die Mäuse auf Youtube. Er lässt sich hochheben und unternimmt auch keine großen Verfolgungsjagden, wenn ich ihn beispielsweise vom Boden einsammle. Beißversuche hat er bisher nicht einen gemacht.

Was er jedoch hasst, sind sozusagen "feste Umarmungen". Bei dem Versuch, ihn auf den Bauch zu drehen, hat er mir ein klares Nein gegeben. Im Allgemeinen darf ich ihm auch nicht das Gefühl geben, bedroht zu werden oder zu hastig auf ihn zukommen - das kann schon mal zu Herzrasen und einem schlechten Gewissen meinerseits führen. Er ist zudem ein wenig blickscheu, zumindest was Fremde angeht. Bei mir zeigt er sich relativ häufig; Freunde hingegen fragen sich, ob in dem Käfig überhaupt eine Maus unterwegs ist. Verrückt spielt er bisher auch nicht, nur habe ich langsam das Gefühl, das ihm das Terrarium zu klein ist. Was mich auch gleich zum nächsten Punkt bringt ...

Sein Zuhause:
Ist komplett improvisiert. Hier und da haben mir Freunde oder Bekannte etwas auf unbegrenzte Dauer geliehen oder geschenkt. Da ist ein hohler Ast, den er über alles liebt, um Menschen daraus zu beobachten (ernstgemeint). Ein Laufrad hat er komplett abgelehnt. Ich musste ihn hineinsetzen und das war das einzige Mal, das er es überhaupt wahrgenommen hat. Im Allgemeinen scheint er mit seinem Zuhause klarzukommen, es ist jedoch furchtbar klein (Maße poste ich beim nächsten Mal) und mit Sicherheit alles andere als artgerecht. Außerdem meintest du, Stefanie, dass er Gesellschaft brauchen könnte, aber dazu frage ich gleich.

Futter:
Ich gebe ihm aktuell eine Körnermischung für Hamster, die ich mit einem Drittel Mehlwürmer vermenge. Den Tipp bekam ich von der Tiergeschäftbesitzerin, was auch funktioniert: Balisto mag es. Hundefutter lehnt er partout ab, genauso hat er klare Lieblinge und solche Körner, der er erst ganz zum Schluss vertilgt.

Behalten ja / nein?
Ich muss zugeben, der Kleine ist mir echt ans Herz gewachsen, mit seiner leicht stolzen Art (können Mäuse das überhaupt empfinden?) und seiner Angewohnheit am laufenden Meter Männchen zu machen . Umso mehr will ich ihm aber keine Existenz zumuten, die ihm eine Qual wäre. Auch da bräuchte ich wieder euren Rat.

So, ich hoffe, dieser Blocktext hat euch jetzt nicht erschlagen.

MEINE FRAGEN:
  • Wie schaut so ein korrektes Mäusezuhause aus? Wie groß sollte es sein? Was für Spielzeug tut diesen Tieren gut?
  • Fufu, du meintest, ich müsse ihn kastrieren. Bei mir um die Ecke ist ein Tierarzt für u.a. auch Mäuse und Hamster - da würde ich das wohl erledigen. Dennoch würde mich interessieren, warum? Nicht, dass ich da deine Weisheit in Frage stelle
  • Wie würde Mäuse-Gesellschaft aussehen? Auf was muss ich achten?
  • Gibt es im Allgemeinen noch irgendwelche Tipps für die Mäuseerziehung an sich?
  • Balisto baut aktuell lieber sein eigenes Nest, als einem Mäusehaus zu vertrauen, und das mit richtiger Mühe ... was mich aber zu folgendem Konflikt bringt: Wenn ich das Terrarium reinige, muss ich es zerstören. Bereitet ihm das keinen zusätzlichen Stress?

Für alle Tipps und Anregungen wäre ich wie immer sehr dankbar.
Baecker_Scholz ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 04.04.2018, 06:30   #7 (Permalink)
Inventar
 
Benutzerbild von Annie83
 
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Beiträge: 896
Standard AW: Wilde Maus zugelaufen – was jetzt?

Wie schaut so ein korrektes Mäusezuhause aus? Wie groß sollte es sein? Was für Spielzeug tut diesen Tieren gut?
Grundsätzlich eine Fläche AB 120x60x60 cm Grundfläche wobei größer immer Besser ist. Hierzu bieten sich OSB Terrarien eigentlich ein :) Glaskäfige sind leider ungeeignet.

Fufu, du meintest, ich müsse ihn kastrieren. Bei mir um die Ecke ist ein Tierarzt für u.a. auch Mäuse und Hamster - da würde ich das wohl erledigen. Dennoch würde mich interessieren, warum? Nicht, dass ich da deine Weisheit in Frage stelle
Unkastrierte Männchen töten sich in der Gruppe, wenn du Weiber dazu setz hast du ganz schnell 40 Mäuse, die keiner haben will das Mischlinge oft nicht so beliebt sind.


Wie würde Mäuse-Gesellschaft aussehen? Auf was muss ich achten?
Kastrieren lassen, vier Wochen weiterhin alleine lassen und dann 3 bis 5 Mädels dazu nehmen :) das sollte eigentlich dann eine ruhige VG werden.

Balisto baut aktuell lieber sein eigenes Nest, als einem Mäusehaus zu vertrauen, und das mit richtiger Mühe ... was mich aber zu folgendem Konflikt bringt: Wenn ich das Terrarium reinige, muss ich es zerstören. Bereitet ihm das keinen zusätzlichen Stress?
Du musst es ja nich zerstören, man reinigt bei Mäusen nie alles sondern immer nur einen Teil des Streus. Also kannst du auch immer nur etwas Nestmaterial weg räumen und neues anbieten und zerstörst nie das gesamte Nest.

Viel wichtiger ist aber, streng genommen darfst du ihn gar nicht behalten. Es ist in DE verboten Wildtiere privat zu halten und das gilt soweit ich weiß auch für Kleinsäuger
Annie83 ist gerade online   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 04.04.2018, 14:19   #8 (Permalink)
mausgrau
 
Registriert seit: 04.01.2013
Ort: Ammersee
Beiträge: 5.855
Standard AW: Wilde Maus zugelaufen – was jetzt?

Hallo Baecker,

wenn Du Balisto behalten willst, dann sollte er mit "Artgenossen" zusammenleben. Wie Annie schon sagte, mit anderen Böckchen geht es nicht, weil sie sich nicht vertragen. Blutige Kämpfe, u.U. bis zum Tod einer Maus, wären zu befürchten. Weibliche Mäuse gehen nicht, da Haus- und Farbmäuse ca. alle 3 Wochen ca. 4-16 Junge zur Welt bringen - die sich dann untereinander wieder paaren ... wir nennen das Mausplosion. Eine Mäusegruppe sollte aber auch nicht weniger als 4 Mäuse haben.

Als Gehege für Farbmäuse wird hier eine Größe von 100-120 x 50-60 cm Grundfläche mit mehreren Etagen empfohlen. Wegen des größeren Platzbedarfs für eine wilde Maus würde ich nicht unter 120x60 als Grundfläche gehen, eher mehr und mehrere Etagen.

Die Einrichtung der Gehege richtet sich in der Regel eher nach dem "Schönheitsempfinden" der Mausehalter. Da werden "Häuschen" gekauft und "Brückchen", kleine "Klettergerüste" und oft ist viel "Spielzeug" in den Gehegen. Ich persönlich bin kein Fan davon. Menschen leben in Häusern, Mäuse nicht. Selbst die im Haus lebenden Hausmäuse suchen sich Nischen und Löcher, die sie notfalls in den Holzboden nagen. Zudem haben die gekauften Gegenstände den Nachteil, daß sie von den Mäusen kaum verändert werden können.

Meine Mäuse leben in hohlen Baumstämmen, die ich im Wald gefunden habe, als Inventar verwende ich Baumrinden (Vorsicht: Nicht alle Gehölze sind mausetauglich), Äste, trockenes Moos, trockenes Laub und Steine. Das alles muß für 1 Std. bei 100 Grad in den Backofen, damit man sich keine Parasiten einschleppt. Als Einstreu verwende ich Rindenstreu, da diese einen festen Untergrund zum Laufen bietet.

https://www.hansemanns-team.de/Diver...aa9b37dc5587b8

Das Inventar kann nach Belieben angenagt oder umgebaut werden. Gerade Moos und trockenes Laub lieben die Mäuse sehr. Balisto hat ganz Recht, wenn er sich sein "Nest" lieber selber baut. Wenn Dir der Gedanke gefällt, Naturmaterialien zu verwenden, kannst Du Dir hier in diesem Thread Anregungen holen. Weidenbrückchen und Co - alternative Materialien im Mäuseheim

Wenn möglich, dann wäre es schön, wenn Du die Partnermäuse für Balisto nicht aus dem Zooladen besorgst, sondern aus einer Pflegestelle, im Tierheim oder hier aus dem Forum. Farbmausvermittlung - Mausebande Forum oder hier: Tierschutznotfälle - Mausebande Forum
Eine gute Quelle ist auch Cola hier aus dem Forum (kommt aus dem Münchner Umland).

Man kann allerdings Mäuse nicht einfach zusammen setzen. Sie müssen nach einer bestimmten Methode vg werden, also aneinander gewöhnt werden, sonst hat man eine Gruppe, die ständig streitet und sich jagt. Hier kannst Du das nachlesen: farbmaus:vergesellschaftung [Mausebande Wiki]

Die VG von Haus- mit Farbmäusen ist zwar prinzipiell möglich, aber die Hausmäuse sind schon etwas "speziell", im Sinne von mutiger und angriffslustiger. In Deinem Fall würde ich Balisto eher mit 3 Weibchen als mit Kastraten zusammen tun.

Auf jeden Fall wäre es gut, wenn Du am WE vielleicht noch mal Fotos von dem Nagerchen hochladen könntest, oder ich schau mir das Kerlchen bei Gelegenheit mal an. Aber nächste Woche bin ich nicht in München, erst wieder die Woche darauf. Wegen der Kastration kenne ich über Cola einen TA, der "am laufenden Band" Farbmäuse kastriert. Also der hat sicher Erfahrung und macht auch die schonendere Isoflurannarkose.

Mäuse kann man nicht "erziehen"! Wenn überhaupt jemand wen erzieht, dann die Maus ihren Halter.
Viele Grüße
Fufu

Edit: Ich schick Dir mal meine Kontaktdaten per PN.

Geändert von Fufu (04.04.2018 um 14:31 Uhr)
Fufu ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 11.06.2018, 19:25   #9 (Permalink)
Babymaus
 
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Beiträge: 4
Standard AW: Wilde Maus zugelaufen – was jetzt?

Hallo liebe Mauxperten,

sorry, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe.

Balisto lebt noch. Es geht ihm (hoffentlich) sehr gut, er ist gesund, handzahm, neugierig und sogar ein wenig terretorial. Ansonsten spielt er gern und gehört zu den wenigen Mäusen, die freiwillig zurück in ihren Käfig klettern, wenn sie keine Lust mehr haben. Zumindest sagte man mir, dass das gar nicht so gewöhnlich ist. Er verhält sich auch fremden Menschen relativ aufgeschlossen, hat nie irgendwen gebissen und hasst es, am Schwanz festgehalten zu werden - wie eine Tierärztin feststellen musste. Auch wenn er sogar sie nicht gebissen hat.

Was die Förderung angeht, bin ich natürlich total ahnungslos und hoffe, das ich soweit das Meiste richtig gemacht habe. Wir üben eigentlich jeden Abend eine halbe bis ganze Stunde. Er kann inzwischen sogar ein paar (sehr einfache) Tricks, klettert hervorragend alles hoch, was materiell existiert , meistert die von mir gebauten Labyrinthe ziemlich rasch und springt auf Fingerzeig von meiner Hand (sogar gegen Wände, was ich nie wieder ausprobieren werde! Sorry, ehrlich!).

In letzter Zeit mache ich mir aber Sorgen um ihn. Er ist manchmal wahnsinnig kuschelbedürftig und will dann gut und gern 15 Minuten nur an den Seiten gestreichelt werden. Höre ich davor auf, zupft er sogar an meinen Fingern oder läuft ihnen nach, um noch mehr Streicheleinheiten zu bekommen. Das ist zwar echt süß, aber ich mache mir trotzdem langsam Gedanken, ob da nicht eine oder mehrere andere Mäuse besser geeignet wären, als ein uneinfühlsamer Mensch mit dem mehr als 1.600fachen an Masse.

Problem ist nur: Er konnte bisher nicht kastriert werden. Ich habe ihn einer befreundeten Tierärztin der Kastration überlassen, die das schon nach eigenen Angaben öfters und immer mit Erfolg gemacht hat - nur bei ihm klappte es nicht. Angeblich hat er fast die doppelte Dosis an Betäubungsmittel weggesteckt und war immer noch nicht am Schlafen, worauf sie ihm nicht noch mehr verabreichen wollte. Ihre Erklärung war darauf, dass U-Bahn-Mäuse oft chemisch widerstandsfähiger und im Allgemeinen robuster sind, als ihre Vettern aus dem Tiergeschäft. Ihre Empfehlung lautete, ich müsse mir entweder einen Tierarzt suchen, der ihm eine gefährlich hohe Dosis verabreicht oder damit zurecht kommen, dass er sein Leben lang allein sein wird. Beides gefällt mir nicht.

Jetzt suche ich wieder euren Rat: Soll ich doch noch zu einem anderen Arzt gehen? Wenn ja, habt ihr Empfehlungen im Raum München? Oder sollte ich ihn einfach freilassen, bevor ich ihm lebenslange Einzelhaft antue? Zweiteres natürlich mit spezieller, mit Futter gefüllter Holzbox.

Außerdem würde mich sehr interessieren, wie man Mäuse korrekt trainiert, ohne dass ihnen langweilig oder die Aufgaben zu leicht oder zu schwer werden. Auf Youtube arbeiten die Leute immer mit Klickern und Geschenken, die er in meinem Fall jedoch noch nie angenommen hat. Für alle Tipps jeder Art bin ich dankbar.

Im Anhang noch ein paar aktuelle Bilder. Vielleicht kann ich nachher auch noch ein, zwei Ausschnitte aus seiner täglichen Trainingsroutine hochladen.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Balisto_1.jpg (30,3 KB, 21x aufgerufen)
Dateityp: jpg Balisto_2.jpg (26,1 KB, 23x aufgerufen)
Dateityp: jpg Balisto_3.jpg (19,2 KB, 22x aufgerufen)
Baecker_Scholz ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 11.06.2018, 20:08   #10 (Permalink)
mausgrau
 
Registriert seit: 04.01.2013
Ort: Ammersee
Beiträge: 5.855
Standard AW: Wilde Maus zugelaufen – was jetzt?

Hallo Baecker_Scholz,
auch sorry, daß ich mich nicht mehr gemeldet habe - ich hab einfach zuviel Mäuse und wo Maus da Problem.

Den Mäuserich alleine lassen, das ist - wie Du ja schon selbst spüren kannst - wirklich keine Lösung. Mäuse sind so soziale Tiere, es bricht mir immer fast das "Herz", wenn Mäuse alleine gehalten werden.

Du kannst Dich bitte bei Cola melden http://mausebande.com/forum/private.php?do=newpm&u=2021 , ihr TA hat Erfahrung in der Kastration von Hausmäusen. Allerdings muß man dazu sagen, daß es nie eine Garantie gibt, daß eine Maus die Kastration überlebt.

Die Alternative ist, die Maus freizulassen. Das ist aber bei Hausmäusen nicht so einfach wie bei Waldmäusen, da Hausmäuse in der Nähe des Menschen, bzw. in menschlichen Gebäuden leben und diese (Menschen) in der Regel nicht begeistert sind, wenn Mäuse dort auftauchen. Eine Möglichkeit wären Pferdeställe, wobei eben das oben genannte Problem besteht und ohne Wissen des Besitzers die Maus dort auszusetzen ist auch nicht so "sauber". Die andere Möglichkeit könnte ein Zoo sein, hab ich mir zumindest überlegt.

Letztendlich kann Dir niemand die Entscheidung abnehmen. Die Maus ohne Kastration zu behalten wird schwierig. Du könntest versuchen, Balisto mit Kastraten zu vg, aber ob das funktioniert, ist nicht sicher. Auch da ist Cola im Münchner Umkreis die erste Adresse.

Das Einzige, was wirklich nicht geht, ist die Maus ihr Leben lang alleine zu lassen. Als Mensch ist man da kein adäquater Ersatzpartner.

Balisto ist eindeutig ein Hausmäuserich.
Liebe Grüße
Fufu

Geändert von Fufu (11.06.2018 um 20:10 Uhr)
Fufu ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 12.06.2018, 10:59   #11 (Permalink)
Realitätsflüchtling
 
Registriert seit: 17.03.2005
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Beiträge: 10.593
Standard AW: Wilde Maus zugelaufen – was jetzt?

Zitat:
Tierarzt suchen, der ihm eine gefährlich hohe Dosis verabreicht oder damit zurecht kommen, dass er sein Leben lang allein sein wird. Beides gefällt mir nicht.
ich wollte gerade die 3. Option auftun, aber Fufu war wieder schneller...

Was ich jetzt versuchen würde, wäre der Test, ob er mit ((((einem)))) lieben Kastraten (langkastriert) klarkommt.
Ich glaube (je länger ich nachdenke), ich würde sogar einen Zweier Langkastrierte suchen --- hab hier grad recht neu ne
(im TH kastrierte, Albino, also domestiziert)
Fundmaus, die scheint auch keine anderen Mäuse zu kennen, und die ist ziemlich anstrengend für den nur einen Kollegen.
(Es waren zwei gewesen, einer ist inzw. gestorben).

Da habe ich mit Etappe gearbeitet (Müssen!):
Immer mal einen der beiden einzeln dazu und dann wieder auseinander (bzw die Vorherigen zusammen)
-- dass keine Seite überfordert ist und sie sich aneinander gewöhnen, v.a. der Fundmaus an Gesellschaft.
Das ging dann doch erfreulich schnell, den Dreier zu haben.

Falls Deiner gar nicht mitspielt (oder in der Zeit, wo er Pause braucht), wären die anderen beiden dann nicht alleine,
und wären nicht mausalleine dem Bock ausgeliefert.
stefanie ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2018, 20:21   #12 (Permalink)
Babymaus
 
Registriert seit: 29.03.2018
Ort: München
Beiträge: 4
Standard AW: Wilde Maus zugelaufen – was jetzt?

@Fufu:
Kein Ding. Ich weiß ja selbst, wie schnell das Leben wieder jedes Bisschen Freizeit verschlingen kann.

@stefanie:
Das klingt nach einer echt guten Idee. Einen Versuch sollte es wenigstens wert sein.


Ich schreibe jetzt mal diese ominöse Cola an
Baecker_Scholz ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
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