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Alt 09.02.2015, 14:03   #1 (Permalink)
Mathemaus
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Benutzerbild von WeißeLilie
 
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Standard Meine Farbmaus ist krank - was tun?

!!! Dieser Thread dient lediglich dazu, einen Leitfaden für die üblichen Behandlungsmethoden zu geben, falls ein Nottierarzt aufgesucht werden muss, der sich nicht mit Mäusen auskennt. Dies ist an Wochenenden oder nachts ja leider oft der Fall, wenn der Stammtierarzt nicht erreichbar ist. Keinesfalls kann der Besuch beim Tierarzt durch diesen Thread vermieden werden. Der Tierarztbesuch darf auch nicht aufgeschoben werden, schon gar nicht, weil auf Antwort hier im Forum gewartet wird. Kein User kann Ferndiagnosen stellen oder Medikamente verordnen. Für die Maus zählt unter Umständen jede Minute! Zeigt eine Maus also eins oder mehrere der untenstehenden Symptome, wirkt apathisch, ist völlig inaktiv oder verweigert sogar die Nahrungsaufnahme, muss sie schnellstmöglich zum Tierarzt gebracht werden - auch nachts oder am Wochenende. Ein Nottierarzt ist immer verfügbar! !!!

Da Farbmäuse sehr anfällige Tiere sind, kann es immer wieder vorkommen, dass eine Maus plötzlich erkrankt. Leider passiert dies oft ohne Vorwarnung, denn die kleinen Gesellen sind Meister darin, die Anzeichen zu überspielen und zu verstecken, damit sie gegenüber den anderen Mäusen keine Schwäche zeigen und somit einen Nachteil haben. Es kommt also oft vor, dass die Krankheit schon weit fortgeschritten und voll ausgeprägt ist, ehe der Halter sie bemerkt. Aus diesem Grund ist oft schnelles Handeln gefragt. Der Besuch beim mauskundigen Tierarzt sollte immer an erster Stelle stehen. Was tun aber, wenn die Maus abends oder am Wochenende erkrankt oder der Stammtierarzt nicht verfügbar ist?

Atemwegsinfekt:
Symptome: Die Maus niest, putzt sich sehr häufig über die Nase und/oder gibt tuckernde Geräusche von sich. Sie atmet sehr stark mit den Flanken. Akute Atemnot macht sich in einer Art Würgen bemerkbar, die Maus hat das Maul beim Atmen weit geöffnet.

Atemwegsinfekte sind wohl die häufigste Krankheit bei Farbmäusen. Hier ist schnelle Hilfe gefragt, denn je länger man wartet, desto schwieriger ist der Infekt zu bekämpfen. Außerdem können solche Infekte sehr schnell chronisch werden. Leider wird die Maus kaum von selbst gesund, sie braucht ein Antibiotikum, ein Besuch beim Tierarzt ist also unumgänglich und sollte so schnell wie möglich erfolgen, auch, wenn nur ein Nottierarzt verfügbar ist, der sich nicht mit Mäusen auskennt. Der Tierarzt sollte die Maus abhören und ein Antibiotikum mitgeben. Hier ist Baytril oder Chloromycetin das erste Mittel der Wahl. Von Baytril wird einmal täglich ein Tropfen (ca. 0,05ml) verabreicht, von Chloromycetin muss zweimal täglich je ein Tropfen (ca. 0,05ml) gegeben werden. Die Behandlungsdauer beträgt bei beiden Antibiotikas 10-14 Tage, je nachdem, wie schnell die Maus Besserung zeigt.
Weitere Infos finden sich im Wiki: Wiki - Atemwegserkrankungen

Schiefkopf/Kreiseln/Gleichgewichtsstörung:
Symptome: Die Maus hält ihren Kopf deutlich zu einer Seite gekippt, läuft immer wieder in kleinen Kreisen oder rollt um die eigene Achse und/oder kippt beim Laufen auf die Seite.

Derartige Symptome sind meist auf eine Gehörgangsentzündung zurückzuführen. Hier ist besonders schnelles Handeln gefragt, die Maus muss so schnell wie möglich zum Tierarzt gebracht werden. Dort sollte ihr in die Ohren geschaut werden und unbedingt ein Antibiotikum verabreicht werden. Auch eine Aufbauspritze kann sinnvoll sein. Die Behandlung darf hier keinesfalls aufgeschoben werden, eine solche Erkrankung kann innerhalb weniger Tage oder sogar Stunden zu schweren nervlichen Schäden bis hin zum Tod des Tieres führen.

Blähbauch:
Symptome: Die Maus hat einen ungewöhnlich dicken Bauch, dieser fühlt sich weich an

Ist eine Maus aufgebläht, ist dies unter Umständen sehr gefährlich, denn dadurch können Organe in ihrer Funktion eingeschränkt werden oder die Maus bekommt schlecht Luft, da auf die Lunge gedrückt wird. Auch hier ist unbedingt schnelles Handeln gefragt, sonst könnte es zu spät sein. Das erste Mittel der Wahl ist Sab Simplex, ein Medikament für (menschliche) Babys, welches in der Apotheke frei verkäuflich ist. Es kann weder schaden noch überdosiert werden, der Maus können also einfach einige Tropfen verabreicht werden. Die meisten Mäuse nehmen es freiwillig auf, da es sehr süß schmeckt. Nach wenigen Stunden sollte die Maus wieder normal aussehen und ihr dicker Bauch verschwunden sein. Sollte der Blähbauch nicht verschwinden oder immer wieder auftreten, ist ein Besuch beim Tierarzt und eventuell eine Umstellung des Futters unbedingt erforderlich.

Offene Wunden:
Hat eine Maus eine offene Wunde, besteht natürlich die Möglichkeit des Verblutens. In diesem Fall muss unbedingt so schnell wie möglich ein Tierarzt aufgesucht werden! Ist die Wunde klein und hört von allein auf zu bluten, ist zunächst abzuklären, wie es zu dieser Wunde kam. Handelt es sich um eine Bisswunde, sollten die Tiere getrennt werden. Hat die Maus sich die Wunde selbst zugefügt und sich vielleicht vorher schon vermehrt gekratzt, sollte ein Tierarzt aufgesucht und ein Test auf Milben, Parasiten oder Pilze durchgeführt werden. Um dies zu testen, wird ein sogenannter Tesaabklatsch gemacht. Dazu wird ein Stück Tesafilm auf das Fell der betroffenen Maus geklebt, eventuell an mehreren Stellen. Das Tesafilm wird dann unter dem Mikroskop auf festgeklebte Parasiten untersucht. Auch ein Hautgeschabsel kann Auskunft über eventuelle Parasiten geben, die sich unter der Haut bewegen. Dazu wird ein wenig Haut abgeschabt und unter dem Mikroskop untersucht. Hat sich die Maus irgendwo verletzt, sollte sichergestellt werden, dass dies nicht noch einmal vorkommen kann. Um das Infektionsrisiko zu vermindern, sollte Einstreu, Heu, Sand usw. aus dem Gehege entfernt werden und stattdessen Zeitung oder Zellstoff verwendet werden. Es könnte ratsam sein, vorsorglich Baytril zu verabreichen, dies sollte aber nicht ohne Rücksprache mit dem Tierarzt passieren! Ist die Wunde am nächsten Tag noch nicht besser oder zeigt die Maus andere Krankheitsanzeichen, muss sie einem mauskundigem Tierarzt vorgestellt werden.
Weitere Infos gibt es im Wiki: Wiki - Wunden

Nachwirkungen einer Operation:
Symptome: Die Maus liegt nach einer Operation (Kastration) apathisch herum oder hat den Rücken stark aufgekrümmt (Zeichen für Schmerzen) und wirkt schlapp.

In einem solchen Fall sollte zunächst der Tierarzt kontaktiert und die Situation geschildert werden. Er entscheidet über das weitere Vorgehen. Um der Maus etwas gutes zu tun, kann eine Rotlichtlampe mit genügend Abstand zum Käfig aufgestellt werden. Wichtig ist, dass es nicht zu heiß wird (mit der Hand prüfen) und die Maus genügend Ausweichmöglichkeiten hat, falls es ihr zu warm ist. Zusätzlich kann ihr Wasser mit etwas Traubenzucker angeboten werden, das regt den Kreislauf an.
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