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Alt 10.07.2016, 08:35   #16 (Permalink)
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Standard AW: Fragliche Erkrankung kastrierter Bock

Mein Plan wäre, dass ich den großen Stall lasse und mit einem Etagenbrett auf 2/3 abtrenne. Dann haben sie etwa 66x50. Ein Haus in das alle reinpassen, ein Laufrad, Futter, Wasser. Nach 24 Stunden, wenn alles gut verlaufen ist, bekommen sie 20cm dazu. Weitere 24 Stunden später dann irgendein Spielzeug, einen Weidenball, nochmal 24 Stunden darauf einen Grastunnel. Am Folgetag dann den Rest des Stalles. Danach wieder ein kleines Spielzeug zur Beschäftigung. Und dann ist mal zwei Tage nichts. In Woche zwei eine Etage. Usw. Das wäre keine VG, sondern eine "Resozialisierung". Wenn das Sinn macht.

Was meint ihr?
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Alt 10.07.2016, 08:53   #17 (Permalink)
Hausmaus im Mausehaus (o;
 
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Standard AW: Fragliche Erkrankung kastrierter Bock

Zitat:
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Ich bin sogar so weit, dass ich wirklich eine neue VG versuchen "möchte". Der bisherige Mäusemacho Sylvester ist plötzlich ganz ruhig, zieht sich nur zurück, wenn dann kuschelt er mal kurz mit Marie, aber den anderen beiden geht er komplett aus dem Weg. Und gestern habe ich gesehen, wie einer der beiden anderen ihn rasiert, das gab es bei diesen Mäusen noch nie! Jetzt gerade liegt er wie eine totkranke Maus unter dem Laufrad, direkt an der Scheibe. Ganz arm. Und es passt sehr gut zu meiner Theorie, dass der Erreger längst weg ist und durch die dreimalige Desinfektion Anarchie ausgebrochen ist und Amadeus möchte wohl der neue Chef sein.
Das bestätigt aus meiner Sicht, dass die Krankheit und/oder die Totalreinigung + neues Inventar die Rangreihenfolge gekegelt hat. Ich würde nur das reduzieren, um was sich offensichtlich gestritten wird, das mach am wenigsten Stress, jedenfalls weniger, als wenn Du jetzt alles wieder "auf Null" setzt. Wenn eine Maus mal gesondert Ruhe haben will, lass sie einfach, sie müssen nicht 24/7 zusammen sitzen, manchmal wollen sie auch Ruhe von den anderen. Ich würde von kurzem "Alleingang" nicht gleich auf Gruppenzerfall schließen. Das Rasieren paßt auch zu der Theorie, dass es eine neue Rangfolge geben wird - aber das ist nicht schlimm, sofern es nicht zum Dauerrasieren kommt. -> beobachten, Tee trinken


Zitat:
Zitat von diener81 Beitrag anzeigen
Mein Plan wäre, dass ich den großen Stall lasse und mit einem Etagenbrett auf 2/3 abtrenne. Dann haben sie etwa 66x50. Ein Haus in das alle reinpassen, ein Laufrad, Futter, Wasser. Nach 24 Stunden, wenn alles gut verlaufen ist, bekommen sie 20cm dazu. Weitere 24 Stunden später dann irgendein Spielzeug, einen Weidenball, nochmal 24 Stunden darauf einen Grastunnel. Am Folgetag dann den Rest des Stalles. Danach wieder ein kleines Spielzeug zur Beschäftigung. Und dann ist mal zwei Tage nichts. In Woche zwei eine Etage. Usw. Das wäre keine VG, sondern eine "Resozialisierung". Wenn das Sinn macht.
Was meint ihr?
Ich würde erst mal nur Streit-Inventar reduzieren und den Platz nicht, was auf jeden Fall: Häuser raus, nur ein Schlafhaus (das größte was Du hast) als erste Reaktion. Wenn sich nicht um Inventar gestritten wird, muss es auch nicht raus. In Abhängigkeit vom weiteren Verhalten der Mäuse kannst Du dann entscheiden, ob es so bleiben kann oder Du doch noch Inventar oder Platz reduzieren mußt. Mein Bauch sagt gerade: jetzt nur keinen Zusatzstress sondern Ruhe, nicht dass die Gefahr eines Rückfalls besteht...
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Alt 10.07.2016, 11:17   #18 (Permalink)
mausgrau
 
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Standard AW: Fragliche Erkrankung kastrierter Bock

Hallo diener,
eine "gestörte" Gemeinschaft ist sicher ebenfalls Streß für die Mäuse. Ich denke noch immer, daß die plötzliche, vielleicht krankheitsbedingte, Verhaltensänderung von Amadeus, möglicherweise verstärkt durch die notwendig gewordenen Gehegereinigungen, zu der Störung der Gruppenstruktur geführt haben wird. Wenn eine Maus plötzlich von einem Gruppenmitglied angegriffen wird, dann stört das natürlich erheblich das Sicherheitsempfinden in der Gruppengemeinschaft. Der so entstandene "Streß" ist auch für das Immunsystem der kranken Maus und für den Heilungsverlauf nicht unbedingt günstig. Also scheint mir der Gedanke, hier einzugreifen nicht abwegig, auch wenn jede Veränderung wieder einen gewissen Streß bedeutet. Aber wenn es funktioniert, dann hätte sich die Situation für alle Mäuse verbessert. Also würde ich die Variante wählen, die das geringste Streßpotential darstellt und das wäre die Reduktion von Platz und Inventar, so wie Du es beschrieben hast. Das ist auch am einfachsten rückgängig zu machen, wenn sich die Situation wieder entspannen sollte.
Viele Grüße
Fufu
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Alt 10.07.2016, 11:45   #19 (Permalink)
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Standard AW: Fragliche Erkrankung kastrierter Bock

Sie streiten um gar nichts, sie kapseln sich nur voneinander ab.
Darum die Idee, ihnen nur ein Haus zu lassen.

Ok, Platz im großen Stall wird nicht reduziert, aber den kleinen Stall nehme ich ihnen weg, sodass sie zwangsläufig beieinander sein müssen. Sylvester verkriecht sich wie beschrieben unter dem Laufrad im kleinen Stall, oder verweilt NEBEN dem Häuschen, in dem auch Marie schläft. Ab und zu geht er rein, aber nicht lange. Amadeus und Rambo sind inzwischen im anderen Stall.

Die Etagen bleiben dann auch, das Problem dabei ist, dass sie oben einen Heuball haben und auch noch 5 hängende Kokosnüsse. Und jeder schläft separat mittlerweile, nur manchmal kuscheln sie zusammen, aber eben nur mehr selten. Früher haben sie den Platz genutzt und überall Leckerli versteckt, alleine oder miteinander gedöst, sich geputzt, sind geklettert und haben sich von Nuss zu Nuss gejagt (nicht bösartig), haben überall geknabbert, usw.

Also der große Stall bleibt, es bleibt als Rückzugsmöglichkeit nur ein Haus, die Etagen werden komplett geleert und ich nutze den Platz dafür für Futterschälchen und zwei Tränken.

So siehts derzeit aus:

7X9A9710.jpg 7X9A9708.jpg 7X9A9709.jpg

Die Ställe sind 100x50x60 und 60x40x50. Da haben sie viel zu viele Möglichkeiten um sich gezielt aus dem Weg gehen zu können. Die unterste Etage im großen Stall ist fast zur Gänze frei, nur ein Laufrad und das Haus blockieren am Boden, da wäre also genügen Platz um das zweite Laufrad hinzustellen, anstatt dem Zwischenstockwerk rechts im Eck, auf dem auch der zweite Heuball liegt. Soll ich das frisch gebackene alte Haus nehmen oder muss ich das derzeitige Haus drinlassen? Das derzeitge Haus besteht halt aus zwei Stockwerken und unten auch aus zwei miteinander durch die Röhre verbundenen Zimmern. Eher nicht so gut.

Amadeus und Rambo werden verdammt miese Laune daraufhin bekommen, Sylvester ist sowieso völlig demotiviert und willenlos wie es scheint und Marie wird traurig sein und sich wundern. Aber ein anderer Weg fällt mir nicht ein.

Ist mein Plan OK? Irgendwas muss ich an dieser Stelle tun, die Gruppe bricht täglich weiter auseinander. Ich hoffe Sylvester ist nicht krank sondern "nur" traurig, das legt sich wenigstens höchstwahrscheinlich bald wieder...

Nun zu Rambo, derjenige, der Streit mit Amadeus hatte:
Die kleine Verletzung sieht seit gestern so aus:

7X9A9685.jpg 7X9A9690.jpg

Das sieht für mich aus wie eine dicke Kruste, ein geronnenner Blutpfropfen. Aber auch so, als ob es von innen herauswachsen würde. Was ist das?
Vom Verhalten her ist er unauffällig, aufgeweckt, freundlich, immer hungrig, trinkt ausreichend, neugierig. Morgen ist eh wieder TA angesagt, da nehme ich ihn mit, dennoch lässts mir bis dahin keine Ruhe.
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Alt 10.07.2016, 11:47   #20 (Permalink)
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Danke FuFu, gerade erst gelesen.
Ja eh, aber wie genau, s.o. ?
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Alt 10.07.2016, 12:07   #21 (Permalink)
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Hallo Diener,
wie Du das genau machen sollst, kannst Du sicher selbst am besten entscheiden. Ich würde es so arrangieren, daß die Mäuse erst mal nur eine Schlafhöhle haben und keine Alternativen. Den zweiten Käfig abkoppeln, ist gut und die andern Etage zumindest leerräumen. Brauchen sie das zweite Laufrad um sich nicht zu streiten? Dann ja. Ich würde lieber das Haus ohne Etagen nehmen. Wenn das andere Haus nur ausgebacken ist, dann ist da noch genügend Mäusegeruch vorhanden, jedenfalls für Mäusenasen.

Hautveränderungen auf Fotos zu beurteilen ist immer etwas diffizil. Eigentlich sieht das für mich weniger wie eine Wunde aus, sondern mehr wie ein Gewächs, also eine Geschwulst. Aber das bitte sehr, sehr mit Vorbehalt. Da bleibt nur der TA als sichere Beurteilungsinstanz.
Viele Grüße
Fufu
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Alt 10.07.2016, 20:19   #22 (Permalink)
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Standard AW: Fragliche Erkrankung kastrierter Bock

So, großer Stall mit einem einstöckigen Haus, ein Laufrad und ein Grastunnel, sowie leere Etagen auf denen sich nur ein Knabberkolben und zwei Tränken befinden. Es scheint ihnen völlig egal zu sein, sie sind ganz ruhig und verhalten sich wie immer.

Leider scheint Silvester wirklich etwas ganz Böses zu haben, er ist anscheinend nicht bloß frustriert. Er verkrümelt sich meist in ein Eck, mit der Nase zur Scheibe, wirkt eingefallen, frisst nicht, trinkt nicht. Ein Futterschälchen und eines mit Wasser steht am Boden, damit er ohne Anstrengung hin kann wenn er möchte. Wasser ist nur ganz wenig drin, sodass er nicht ertrinkt, falls er hineinfällt. Die Augen kneift er ganz zusammen, atmet unterschiedlich schnell und langsam. Ich weiß nicht, was er hat, gestern Abend war er erstmalig so fertig, seither geht's rapide bergab. Ich konnte ihn sogar rausnehmen, normal ein Ding der Unmöglichkeit. Gewehrt hat er sich nur kurz und schwach. Einen Tropfen Meloxoral hat er gegen Schmerzen bekommen. Jetzt ist er mit Marie im Haus, die anderen beiden sind draußen. Ok, gerade Wechsel, die Anderen sind bei ihm, Marie draußen.

Was kann innerhalb von ein paar Stunden eine vitale Maus zu einem Haufen Elend werden lassen... Schwellungen konnte ich keine sehen, Anus sieht normal aus.

Jetzt heisst es beten für den Kleinen.
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Alt 10.07.2016, 20:51   #23 (Permalink)
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Hallo diener,
das tut mir Leid. Mäuse die nicht mehr fressen oder trinken, sind meist sehr krank. Das einzige, was man machen könnte, ist der Maus etwas Flüssigkeit und Glucose (Zucker) unter das Fell zu spritzen. Da bleibt meist nur der Not-TA, um das zu machen. Ob das aber den Krankheitsverlauf wirklich beeinflussen könnte, ist schwer abzuschätzen. Du könntest versuchen ihm ein paar Tropfen schwarzen Tee mit etwas Zucker ans Mäulchen zu halten, das kann den Kreislauf stabilisieren.

Es ist schon möglich, daß die Infektion das Tier nun so geschwächt hat. Man kann nur hoffen, daß sich der Kleine wieder berappelt. Aber so gut sieht es momentan leider nicht aus.
Liebe Grüße
Fufu
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Alt 10.07.2016, 21:32   #24 (Permalink)
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Es ist nur ein anderes Tier, bis gestern war er total fit, der Verlauf ist also wirklich innerhalb von Stunden von "gut wie immer" auf "todkrank". Er geht auch total unsicher, wie eine zweijährige kranke Maus, bucklig.

Mit subkutanen Spritzen fange ich gar nicht erst an, mittlerweile stehen vier Wassernäpfe in seiner Reichweite, Haferflocken, Vitaminpaste, Oblaten. Wenn ich's ihm unter die Nase halte geht er weg. Er will einfach nicht. Ich zwinge ihn nicht, das hatte ich schon bei anderen Mäusen, ich habe mir geschworen das nie wieder zu tun. Sollten das seine letzten Stunden sein, dann soll er sie in Würde verbringen. Selbst wenn man es schafft ihn aufzupäppeln, die unbekannte Ursache bleibt, es verlängert sein Leid nur. Hoffentlich ist nur etwas Vergängliches und er rappelt sich wieder auf, vielleicht hat er Bauchweh, was weiß ich. Hauptsache das Wunder geschieht und er entscheidet sich noch ein Jahr zu leben. Er ist viel zu jung und eigentlich die einzige Maus, die noch nie irgendetwas hatte.
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Alt 10.07.2016, 22:05   #25 (Permalink)
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Standard AW: Fragliche Erkrankung kastrierter Bock

Stimmt, die Maus mit V.a. Encephalitozoon cuniculi war ja Amadeus.
Puh. Ja, ich hab auch einmal ein Mäuschen zwangsernährt und danach nie wieder. Flüssigkeit spritzen lassen habe ich aber schon öfter. Der Ehrlichkeit halber muß ich aber zugeben, daß das - zumindest bei meinen Mäusen - in keinem einzigen Fall geholfen hat.

Das klingt jetzt etwas grausam, aber hast Du überlegt - falls jetzt noch eine Maus stirbt - diese obduzieren zu lassen? Irgendwie gefällt mir das Ganze gar nicht. Symptome wie bei Amadeus habe ich persönlich bei einer Maus noch nie beobachtet. Wie geht es ihm jetzt?

Ich vermute, daß bisher keine Notwendigkeit bestand, auch die anderen Mäuse mit Panacur zu behandeln? Es wäre zu überlegen, ob es nicht sein kann, daß die erneute Erkrankung einer Maus nicht auf den selben Erreger zurückzuführen ist.

Das ist wirklich schwierig und Du hast mein ganzes Mitgefühl.
Viele Grüße
Fufu
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Alt 11.07.2016, 06:05   #26 (Permalink)
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Amadeus wirkt - für seine Verhältnisse, er war immer schon ständig am Niesen - sehr gesund. Aber das war ja schon mal so, zwischendurch zwei Wochen Symptomfrei, deshalb auch der Verdacht Epillepsie.

Silvester sitzt nach wie vor allein auf der leeren Etage im Eck, sein Stammplatz, immer schon gewesen, nur derzeit eben leer. Ich stell da jetzt einen Heuball hin, zumindest das soll er haben. Meloxoral bekommt er auch noch. Und in der Situation muss ich versuchen was möglich ist, also eine Kleinstdosis Prednisolon ebenfalls. Alles was Schmerzen nimmt, alles was abschwellend wirkt, alles was die Zellen stabilisiert und eine Entzündung hemmt ist willkommen.

Einen Lauf mit Panacur haben sie alle hinter sich, das war der letzte Zyklus. Und alle haben's brav genommen, zumindest hat es so ausgesehen. Wer genau wievielte genommen hat kann ich nicht sagen. Sollte aber schon passen wie es war, zumindest grob.
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Alt 11.07.2016, 12:04   #27 (Permalink)
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Standard AW: Fragliche Erkrankung kastrierter Bock

Leute, ein ganz grausige Frage, aber ich muss sie leider stellen.

Silvester leidet sehr, er muss wirklich massive Schmerzen haben, meine Beschreibung oben sagt eigentlich alles.

Jetzt stehe ich vor der Entscheidung, welche jeder Tierfreund fürchtet: Einschläfern oder nicht.

Wenn ich heute nach der Arbeit heimkomme und er immer noch dahinvegetiert, alleine und ins Eck gekauert, dann möchte ich ihn von seinem Leid erlösen. Ich fürchte natürlich, dass ihn nur etwas zwickt, oder dass er so traurig ist, dass es schon psychosomatisch ist, beides könnte sich wieder einpendeln. Habt ihr schon mal eine Maus erlebt, welche psychisch so fertig war, dass sie um ein Jahr gealtert schien, mit all den Symptomen, die ich oben beschrieben habe? Bzw was ist, wenns wirklich nur ein eingeklemmter Nerv ist, oder was weiß ich was.

Die Antwort kann ich mir denken, ich möchte dennoch nochmal nachfragen.

Falls ich wirklich sein Leid beenden muss, dann kommt das nächste Problem:
Ich werde alle Mäuse mitnehmen (müssen), Rambo wegen seinem Auswuchs (Kruste?) zur Abklärung, Mariechen zur Beruhigung (die ist immer die ruhigste, auch wenn sie selbst nervös ist, kümmert sich immer um die anderen Mäuse) und Amadeus sowieso, die alte Geschichte. Ausserdem wirds vielleicht Zeit sie alle spotten zu lassen, mit Stronghold kann man ja lt Beschreibung hie rim Forum, sowie nach Aussagen aller TAs , nicht viel falsch machen.

Aber wenn Silvester nun wirklich erlöst wird, dann kann ich ihn natürlich so nicht zu den anderen in die TB legen. Erst daheim, im Stall, damit sie sich verabschieden können. Was ich versuche zu vermeiden, ist die traurige Tatsache, dass ich die Mama aufgrund von massivem Krebs einschläfern lassen musste. ich hatte sie alleine mitgenommen, sie war bereits apathisch nach 24 stündigem Leid und dann hab ich sie zu hause in den Stall gelegt. Ihre Mäusekinder sind ausgerastet, waren fix und fertig. Bianca mit ihrem E.C. ist mir auch in der Hand verstorben, auch hier legte ich sie natürlich zurück. Danach war jeder Besuch beim TA eine Katastrophe. Grundsätzlich, jedesmal wenn ich jemanden rausnehmen musste, wollten sie gar nicht mehr, die Assoziation Hand-TB-Wiederkehr = Tod haben sie wohl hergestellt. Ich will sie nicht weiter traumatisieren. Also wie mache ich das Silvester, sollte es nötig werden?

Nächste und vielleicht wichtigste Frage:
Einschläfern ist wie folgt abgelaufen: Inhalationsnarkose, danach Thiopental in den Bauch gespritzt. Narkose = Bewusstlosigkeit ist aber keine Analgesie. Ich möchte keinesfalls, dass Silvester während seinen letzten Atemzügen noch größere Schmerzen erfahren muss. Um das Schmerzmittel zu applizieren, wird aber genauso gestochen, dann wären es also sogar zwei Stiche. Was ist die schonendste Methode, eine Maus von ihrem Leid (legal) zu befreien? Morphinvernebler wirds eher nicht spielen, also bin ich an realistischen Verfahren interessiert.

Ich möchte nur, dass er nicht nicht zu sehr leidet und, dass das Traume für die Anderen so klein wie möglich gehalten wird.
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Alt 11.07.2016, 17:30   #28 (Permalink)
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Hallo deftone,
das ist alles unschön. Also bei der Euthanasie wird die Maus mit dem Isofluran so betäubt, daß sie schon im Koma ist, was bedeutet, daß keine Schmerzreize mehr auslösbar sind. Es ist also anzunehmen und so gut wie sicher, daß sie die Injektion in die Bauchhöhle nicht mehr spürt.

Die Euthanasie erfolgt nach strengen Vorgaben, eine davon ist eben, daß das Verfahren für das Tier schmerzlos sein soll. Eine andere ist, daß es schnell gehen soll. Gerade diese Vorgabe gefällt mir persönlich nicht, da das eben eine Injektion in die Bauchhöhle erforderlich macht, da man das Mittel wegen der kleinen Venen bei einer Maus nicht intravenös geben kann.

Ich hatte schon alles durch: Injektion von Penthobarbital in die Bauchhöhle ohne vorherige Betäubung in allen Varianten, das Ganze mit vorheriger Isoflurannarkose. Alles fand ich irgendwie schrecklich. Bei der Isoflurannarkose hat die Maus auch Angst, bis sie dann bewußtlos wird und sitzt währendessen unter einer Art durchsichtiger Glasglocke.

Wenn Du den TA gut kennst, kannst Du ja mal fragen, ob er nicht eine Überdosis Ketamin unter die Haut spritzen will (subcutan). Gerade wenn die Maus eigentlich schon am Ende ihrer Kräfte ist, scheint mir das eine sanfte Tötungsmethode zu sein. Die Maus wird sehr schnell ruhig und dann bewußtlos und dann kommt es zu einem Herz- und Atemstillstand. Wenn die Maus noch nicht am Ende ist, dann kann es allerdings zu Krämpfen kommen und man müßte zusätzlich Diazepam spritzen. Die so euthanasierten Mäuse bekamen die subcutane Spritze in einem "Mäusepulli" sitzend, der ihren Geruch trug und sind dann einfach zusammengesackt. Es hat aber noch einige Minuten gedauert, ehe die Maus tot war. Trotzdem habe ich das als sanfteste Methode empfunden und die Maus ist ganz leis in meinem Pulli eingeschlafen. Es ist aber keine Euthanasie nach "Vorschrift", das muß ausdrücklich gesagt werden.

Ich glaube, daß die Maus wirklich schwer krank ist. Solche Symptome sind bei Tieren nicht psychisch. Ich würde das Mäuslein obduzieren lassen und auf E. cuniculi untersuchen lassen. Falls Du ihn noch nicht einschläfern lassen willst, wäre das, was ich noch am ehesten versuchen würde, der Maus Panacur einzuflößen. Wobei die fehlende Flüssigkeitszufuhr nun wahrscheinlich der limitierende Faktor sein wird.

Vermutlich ist die Vorstellung, sich von der toten Mitmaus verabschieden zu wollen, eine sehr menschliche. Ich habe schon öfter verstorbene Mäuse noch eine Weile im Käfig liegen lassen, das schien gut zu sein und die tote Maus wurde noch mal reichlich geputzt. Die euthanasierten Mäuse wurden in der Regel ignoriert. Möglicherweise riechen sie zu stark nach TA und Medikamenten. In dem Fall ist es dann vielleicht besser, wenn die "Mitmaus" einfach so "verschwindet".
Ganz liebe Grüße
Fufu

Geändert von Fufu (11.07.2016 um 17:33 Uhr)
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Alt 11.07.2016, 20:48   #29 (Permalink)
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Silvester hat uns und seine Mitmäuse verlassen. Als ich heimkam lag er direkt neben dem Haus am Ausgang, er war schon kalt. Ich werde den kleinen Babymacho genau wie meine anderen Mäuse weiter in meinem Herzen tragen. Er starb in Würde, in Anwesenheit seiner Mäusefamilie. Und jetzt knabbert er wohl mit den anderen Mäusen an einer Wolke und ärgert sich, dass es doch keine Zuckerwatte ist.

Mit den anderen Mäusen waren wir beim TA. Leider nicht beim vereinbarten Arzt, der war nebenan und schon wieder beschäftigt, weil wir zehn Minuten zu spät dran waren. Die TÄ hatte gleich null Mäusekenntnisse und zu Rambo sagte sie "vielleicht Warze, vielleicht Tumor, kann man nicht wissen. Beobachten". Zu Amadeus nur "E.C. gibt's doch bei Mäusen eher nicht, vielleicht auch ein Tumor, beobachten". Und allgemein "Kotproben bringen nichts, lassen wir bleiben". Ich habe ihr dann gesagt, was ich davon halte und dass sie das Labor machen soll.

Naja, ich gehe wieder zu meiner Beinahe- Mäusespezialistin. Jetzt heisst es Daumen drücken für Rambo und Amadeus. Marie kümmert sich um beide, sie kuscheln sich fest an sie, schlafen und sie ist wach. Der Fels in der Brandung, immer schon gewesen.

Danke für eure Hilfe, ich positiv überrascht von diesem Forum und froh, dass ich interessierte und mitfühlende Unterstützung habe.

Wegen Rambo und Amadeus halte ich euch auf dem Laufenden.
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Alt 12.07.2016, 19:45   #30 (Permalink)
Hausmaus im Mausehaus (o;
 
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Mein Beileid.

Ich möchte noch mal kurz auf die E.C. zurückkommen, weil mir ein sehr informativer und umfassender Artikel über den Weg gelaufen ist, den ich lesenswert finde.

Fokusthema „Encephalitozoon cuniculi“

Was ich für Deine Mitmäuse wissenswert finde, ist die Überlebensdauer der Erreger, Seite 9
Zitat:
E. cuniculi Sporen sind ausgesprochen umweltresistent und können bei Zimmertemperatur und unter günstigen Umgebungsbedingungen ca. 1 Monat außerhalb des Wirtes überleben. Bei niedrigeren Temperaturen verlängert sich die Überlebensdauer noch (bei 4°C auf 98 Tage) (Waller 1979). Auch Minustemperaturen überstehen die Sporen einige Stunden (-24°C
über 24 Stunden), ohne deutlich an Infektiosität zu verlieren (Koudela et al 1999). Siedetemperaturen über fünf Minuten oder 10 Minuten im Autoklaven bei 120°C töten dagegen alle Sporen ab (Waller 1979).
Damit ist noch einmal bestätigt, dass das Ausbacken wirksam ist. Würde ich auch glatt noch einmal für Streu und Inventar wiederholen nach dem Ableben der zweiten Maus, zur Sicherheit.

Maus hat übrigens Typ II von E.C.:
Encephalitozoonose
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