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Alt 20.04.2017, 11:39   #1 (Permalink)
Flohmaus
 
Registriert seit: 06.04.2017
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Unglücklich Viren, Bakterien und unkundige Tierärzte


Hallo ihr Lieben,

es gibt hier ja wahrscheinlich schon unendlich viele Threads zum Thema Krankheit, trotzdem möchte ich hier eine neue Diskussion eröffnen.

Ich habe eine Mäusegruppe mit 6 Tieren alle sind 8 Monate alt. Nach dem Umzug in die neue Wohnung, haben sie sich eine Krankheit mit den Atemwegen eingefangen.

Ich habe die Mäuse also eingepackt und bin zum Tierarzt gefahren. Ja was soll ich sagen, ich hätte auch zu einer Tierapotheke fahren können (gäbe es so etwas) um zu sagen: Hey Leute, meine Mäuse haben eine Atemwegserkrankung und teilweise geschwollene Augen. Ich brauche Antibiotikum. Auf gut Deutsch, der Tierarzt hatte keine Ahnung von Mäusen. Die Diagnose habe ich gestellt (ich hatte vorher nie eine kranke Maus und daher eigentlich keine Ahnung, die Diagnose hat sozusagen das Internet für mich gestellt). Er hat sich die Mäuse angeschaut aber nicht abgehört oder sonstiges und es wurde Baytril verschrieben was ja eigentlich gut helfen soll. Hat es aber nicht.. erst mit dem zweiten Antibiotikum Chloromycetin sind die Augen abgeschwollen aber das Schnattern und Niesen blieb.

Behandelt wurden sie eine Woche mit Baytril und zwei mit Chloromycetin. Dann habe ich eine Woche mit der Medigabe aufgehört nach Absprache mit dem Tierarzt der meinte, nun müsste nur noch das Imunsystem gestärkt werden.

Nun bin ich wieder zum Tierarzt gerannt nach den Feiertagen, da es immer schlimmer wurde. Die Krankheit hat sich über die Käfige verteilt. In schon zwei anderen Gehegen hört man Niesen und Schnattern.

Dieser Tierarzt war die Krönung. Hat mir nen Vortrag gehalten, dass er mir nicht helfen kann, da er nicht herausfinden kann welche Bakterien, Viren oder Mikroplasmen in der Lunge sitzen. Wäre es nach ihm gegangen hätte ich nach Obertshausen in die Tierklinik fahren müssen und pro Maus 100€ für das röntgen der Lunge zahlen sollen. Wenn man da nichts gesehen hätte noch mal Geld für Ultraschall...

Da habe ich mich geweigert und erst mal noch ein anderes Antibiotikum probiert.

Was würdet ihr mir raten? Achso ich habe auch eine hin und wieder mal niesende schwangere Maus... die bekommt seit einem Tag Antibiotikum.

Durch das ich anfangs die Medigabe falsch gemacht habe, hassen mich meine Mäuse jetzt. Ich habe es ihnen aufs Fell gespritzt und manchmal sind sie krass weg gerannt vor der Hand aber mussten es ja trotzdem bekommen. Eine Woche habe ich sie jetzt komplett in ruhe gelassen aber sogar die zahmste will nichts mehr mit mir zu tun haben... nicht mal mehr Mehlwürmer. Sie kommen schnuppern und gehen wieder aber sonst fressen sie normal.

Wie bekomme ich das wieder hin?
Vicky1 ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 20.04.2017, 12:46   #2 (Permalink)
mausgrau
 
Registriert seit: 04.01.2013
Ort: Ammersee
Beiträge: 5.238
Standard AW: Viren, Bakterien und unkundige Tierärzte

Hallo Vicky,
mit kranken Mäusen ist es oft schwierig. Es ist schwierig einen guten TA zu finden, schwierig das richtige Medikament zu finden und schwierig das Medikament in die Maus zu bekommen. Das hast Du inzwischen ja selbst herausgefunden. ()

Guten TA finden:
Der erste TA scheint mir gar nicht so verkehrt gewesen zu sein, immerhin hat er zwei Mal ein geeignetes AB ausgewählt und auch die Stärkung des Immunsystems war keine blöde Idee. Was hat er denn da empfohlen?
Der zweite TA ist eine "Niete". Röntgen bringt da gar nichts, ist nur teuer und wenn man Pech hat müssen die Mäuse dafür in Kurznarkose gelegt werden. Das beste, was man dabei heraus finden kann ist, daß die Mäuse was an der Lunge haben und da kommt man schon von den Symptomen her drauf.

Mein Ratschlag: Es noch mal mit dem ersten TA versuchen oder hier im Forum einen mausekundigen TA zu erfragen. Dafür diesen Link anklicken http://mausebande.com/forum/support-...tierarztsuche/ und dann auf "Neues Thema" klicken. Dort gibst Du dann Deine Postleitzahl an und den Grund des TA Besuches (hier Atemwegsinfekt) und bekommst dann eine Empfehlung (wenn es gute TÄ in Deiner Nähe gibt).

Richtiges Medikament finden
Tatsächlich ist es kaum möglich herauszufinden, welcher Erreger die Atemwegserkrankung hervorruft. Deshalb geht man nach Versuch und Irrtum vor und probiert eben verschiedene Mittel aus. Was ist denn das 3. AB, das Du verabreichst? Eigentlich hilft Baytril in vielen Fällen sehr gut. Man kann auch Convenia spitzen lassen, das hält ca. 5 Tage. Ansonsten ist in schweren Fällen ein Tetracyclin oft eine gute Wahl, wie z.B. Doxycyclin, was allerdings zwei Mal täglich gegeben werden muß (Streß für Maus und Besitzer).

Wie sehen denn die Mäuse aus? Schnattern sie nur oder zeigen sie gesträubtes Fell, Freß- oder Bewegungsunlust? Zeigen sie Zeichen von Atemnot, wie Flankenatmung oder Atmung durchs offene Mäulchen?

Bei deutlicher Atemnot ist eine Kombination von AB und Cortison hilfreich. Ansonsten macht es tatsächlich Sinn, zu versuchen das Immunsystem zu stärken. Dafür eignet sich Bioserin (gibts überall im Internet, 5ml Packung, muß im Kühlschrank aufbewahrt werden) oder Echinacea. Mousyperson hat gute Erfahrungen mit Umckaloabo® gemacht. Das ist wie Echinadea ein pflanzliches Mittel gegen Bronchitis. Zusätzlich können Schleimlöser gegeben werden, z.B. Tee mit Schlüsselblumenblüten und Huflattichblättern hier ein Link: Dauerschnupfen Man kann aber auch Bisolvon geben, das ist auch schleimlösend.

Außerdem sollten begünstigende Faktoren wenn möglich ausgeschaltet werden, z.B. Zugluft, Wechsel zwischen warm und kalt, sowie staubige Streu. Die meisten User verwenden hier Hanfstreu, ich nehme gerne Rindenstreu.

Das Medikament in die Maus bekommen
Hier gibt es Tipps im Wiki: farbmaus:medikamentengabe [Mausebande Wiki]

Ich verwende Kokosmilch als Leckerli, weil man da fast jedes Medikament hinein mischen kann. Biokokosmilch schmeckt besser. Bitte die Milch nach Öffnen der Dose in einen Glasbehälter umfüllen, sonst nimmt die Milch den Metallgeschmack an und die Mäuse mögen sie nicht mehr. Die Kokosmilch muß im Kühlschrank aufbewahrt werden (immer vorher kosten, wird schnell sauer). Am besten man friert die Milch in Eiswürfelbehälter ein, dann hat man immer einen Vorrat zur Hand. Ich mische in die Kokosmilch Haselnußmus von Rapunzel (reines Nußmus, teuer, Reformhaus oder Bioladen).

Die Kokosmilch erst einmal ohne Medikament ins Gehege stellen, bis die Mäuse auf den Geschmack gekommen sind. Dann läßt man die Mäuse die Milch aus einer 1 ml-Spritze ablecken. Nun kann man die Medikamente mit der Milch vermischen. Bei vielen Mäusen und guten Rechenkünsten läßt sich 0,02 ml Baytril mit 0,08 ml Kokosmilch mischen (mal alle zu behandelnden Mäuse plus 2-3 Portionen), dann bekommt jede Maus ca 0,1 ml Mischung.

So, das ist momentan alles, was mir einfällt.
Vielleicht meldet sich ja noch der ein oder andere User hier mit weiteren Tipps.
Viele Grüße
Fufu

Edit: Vorsicht bei schwangeren Mäusen mit AB, da darf nicht jedes AB gegeben werden.
Edit 2: Doxycyclin bitte im Kühlschrank aufgewahren, wenn es sich verfärbt, darf es nicht mehr verwendet werden. Es soll leicht gelblich aussehen, nicht dunkelgelb und nicht zähflüssig sein.

Geändert von Fufu (20.04.2017 um 12:58 Uhr)
Fufu ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 21.04.2017, 10:26   #3 (Permalink)
Flohmaus
 
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Beiträge: 15
Standard AW: Viren, Bakterien und unkundige Tierärzte

Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort! :)

Zur Zeit verabreiche ich Enrobactin 1ml auf 9ml Wasser, morgens und abends.
Ich habe jetzt mal komplett für die Nacht Wasser gegen Kamillentee getauscht. Ich weiß, dass soll man nicht machen aber sonst trinken sie es gar nicht und heute früh gab es auch wieder Wasser.

Ich habe das Gefühl meine Mäuse sind nicht so die Teefans...
Der Dehner wird heute unsicher gemacht und ich werde Kamille kaufen und weitere Kräuter die ich so ins Gehege legen werde zum anknabbern.

Am Wochenende gibt es ein Kamillendampfbad für alle und nach 10 Tagen wird wieder das Antibiotikum gewechselt, sollte es nicht wirken.
Vicky1 ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 21.04.2017, 10:29   #4 (Permalink)
Flohmaus
 
Registriert seit: 06.04.2017
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Beiträge: 15
Standard AW: Viren, Bakterien und unkundige Tierärzte

Kann man Echinacea auch einfach als Pflanze (Sonnenhut) verfüttern?
Vicky1 ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 21.04.2017, 13:57   #5 (Permalink)
mausgrau
 
Registriert seit: 04.01.2013
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Beiträge: 5.238
Standard AW: Viren, Bakterien und unkundige Tierärzte

Hallo Vicky,
Enrobactrin ist daselbe wie Baytril. Aber versuchs einfach noch mal, vielleicht hilft es ja jetzt. Kamille ist eine gute Heilpflanze, aber eigentlich wird sie vor allem äußerlich für Wundbehandlungen eingesetzt und innerlich hilft Kamille bei Magenbeschwerden. Zur Schleimlösung eignen sich eher Huflattich und Schlüsselblumenblüten. Sorry, mein Text war sehr lang - aber da hatte ich Dir die Anwendung dieser beiden Pflanzen verlinkt.

Schlüsselblumen könntest Du auch frisch finden momentan, frisch ist besser als getrocknet. Auch Spitzwegerich kannst Du frisch pflücken und den Mäusen geben. Ansonsten versuch es doch mal mit der Kokosmilch. Wenn man das AB ins Trinkwasser gibt, dann ist immer schwer abzuschätzen, welche Maus welche Dosis bekommt, weil die Mäuse ja unterschiedlich viel trinken. Manchmal wirkt ein AB auch deshalb nicht, weil die Maus nicht genügend Wirkstoff aufnimmt. Deswegen sind Methoden wie AB ins Trinkwasser oder ins Fell nur zweite Wahl, sozusagen.

Enrobactrin soll auch nicht während der Wachstumsphase gegeben werden, da hätte ich jetzt bei der schwangeren Maus Bedenken, weil ja die Jungen im Mutterleib auch wachsen - aber ganz genau weiß ich es in diesem Falle (Schwangerschaft) nicht. Da würde ich noch mal beim TA nachfragen. Das müßten die wissen, weil es ja ein gängiges AB und auch anderen Tieren verabreicht wird.
Viele Grüße
Fufu
Fufu ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 21.04.2017, 15:33   #6 (Permalink)
Flohmaus
 
Registriert seit: 06.04.2017
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Standard AW: Viren, Bakterien und unkundige Tierärzte

Vielen, vielen lieben Dank für deine Hilfe.
Ich werde das alles direkt mal ausprobieren :)
Vicky1 ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
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atemwegserkrankung, medikamentengabe, tierärzte

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