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Alt 04.03.2017, 23:27   #1 (Permalink)
Babymaus
 
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Unglücklich Taumeln/Benommenheit nach aufwachen

Einen schönen Abend zusammen,

ich hatte am Mittwoch ein relativ verstörendes Erlebnis mit meinem Mausekind Gellert und hoffe, hier vieleicht jemanden zu treffen dem schon ähnliches passiert ist oder der eventuell eine Idee hat, was da eigentlich los ist:

Vor zwei Tagen habe ich meinen Kleinen,als ich heimkam begrüßen wollen und musste feststellen, dass er sobald ich ins Nestchen gefasst habe nicht wie sonst blitzschnell herausgeflitzt, sondern eher in Zeitlupe herausgetorkelt ist, die Augen halb geschlossen und immer mit dem Körper nach links und rechts wackelnd. Er war deutlich unterkühlt, als ich ihn berührt habe,obwohl es im Zimmer alles andere als kalt war. Hab erstmal ein Wärmekissen bereitgemacht, versucht,ihm Wasser aus einer Pipette anzubieten und war schon dabei zu schauen,welcher der TA´s in der Gegend um elf Uhr Nachts noch offen hat, als urplötzlich wieder alles wie immer war, der Flauschball ist munter durch die Transportbox gehüpft,hat aus einer Ecke irgendwelche übriggebliebenen Körner aufgesammelt,die Augen waren klar und offen, von Gleichgeqwichtsproblemem keine Spur.

Naja,dann bin ich natürlich nicht mitten in der Nacht mit ihm zum Doc gerannt,und Donnerstag,Freitag und heute Mittag war auch alles in bester Ordnung-er hat gespielt,gefuttert, geklettert,gebuddelt,ist auf mir rumgeturnt...naja,und dann hab ich ihn vor zwanzig minuten beim pennen gestört,und da ging´s schon wieder los: Taumeln (aber nicht vor-und-zurück, sondern nach links und rechts,sieht aus wie betrunken), halbgeschlossene augen, deutlich unterkühlt,unkoordiniert. reagiert aber eindeutig auf seine umgebung,hat reflexe und kann springen,plumpst dann aber beim landen um. Hab ihn jetzt noch einmal aufgewärmt und siehe da, seit ca. fünf minuten sind die Symptome verschwunden, er ist wieder sicher auf den Pfötchen und wirkt wieder "geistig völlig klar" . Genau wie am Mittwoch wurde es schlagartig besser,nachdem er sich ein wenig "warmgelaufen",also bewegt hatte, und kalt fühlt er sich auch nicht mehr an.

Naja,und jetzt frage ich mich natürlich, was da eigentlich mit meinem Mausekind abgeht, denn Schiss hab ich ehrlich gesagt trotzdem ziemlich. Ich fand es halt auffällig, dass er diese "Ausfälle" beide male nach dem geweckt werden hatte ,und musste automatisch an mich selber denken-ich habe einen relativ niedrigen Blutdruck und den bekannten "Lagerungsschwindel", platsche also ab und an direkt nach den ersten paar schritten nach dem aufstehen/aufwachen elegant auf den Boden oder renn irgendwo gegen...gibt es solche Blutdruck/Kreislaufprobleme auch bei Rennies, bezw. hat schonmal irgendetwas davon gehört?
Oder kennt irgendjemand eine andere logische Erklärung für seine "Anfälle"?

Meine erste sorge war ja Epilepsie, allerdings hatte ich schon einige Epileptiker unter meinen Rennies und das sah eigentlich echt anders aus, er zuckt und krampft ja nicht,wirkt eher zu schlaff als zu verkrampft...und mit sechs Wochen ist ein Schlaganfall doch eigentlich auch noch kein Thema,oder?
Ich werd ihn am Montag definitiv trotz allem nochmal beim Doc vorstellen,allein schon um sicherzugehen das er nicht einfach nur eine etwas untypisch aussehende Ohrenentzündung oder sowas hat ,bei den kleinen weis man ja nie so richtig, was sie so alles an ernsteren Krankheiten überspielen O.O

Momentan hockt mein Schatz jedenfalls gechillt auf seinem Plüschtier und stopft sich mit Keksen voll, bitte drückt mir die Daumen dass das so bleibt

Ich bedanke mich auf jeden Fall schonmal herzlich bei jedem, der sich die Zeit zum durchlese nimmt oder mir sogar weiterhelfen kann <3
Remington ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 05.03.2017, 22:51   #2 (Permalink)
Hausmaus im Mausehaus (o;
 
Benutzerbild von Mousyperson
 
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Standard AW: Taumeln/Benommenheit nach aufwachen

Es gibt Untersuchungen über einen Kurzzeit-Tag-Torpor bei Mongolen, wir würden das als eine Art "Kurzzeitwinterschlaf" bezeichnen. Als Auslöser kommen Nahrungsknappheit in Frage und auch Kältereize (Außentemperaturabfall). Die Forschung hierzu steckt aber noch in den Kinderschuhen. In Zeiten mit kurzer Lichtperiode (Winter) tritt der Torpor öfter auf laut den Untersuchungen. Bei der RM wurde dabei ein Temperaturabfall auf im Mittel 33°C gemessen, also ungefähr 5 Grad unter Normaltemperatur, (weibliche RM sogar als Extremwert bis auf 26 °C Körpertemperatur). Das würde auch zu Deinen Beobachtungen passen, dass sich die Maus kalt anfühlt. Das Aufwachen aus dem Kurzzeit-Torpor sind wahrscheinlich die "Torkel-Bewegungen", die bei Deiner Maus festgestellt wurden, der Körper muss erst wieder auf Normal hochfahren.

Artikel (PDF, englisch)
Torpor capability in two gerbil species, Meriones unguiculatus and Tatera indica

Wieviel fütterst Du? Trat die Beobachtung ggf. nach Käfigreinigung auf, wo alle "Geheimverstecke" an Futter beseitigt wurden? Gab es starke Temperaturschwankung? Fenster vergessen? Nachtabsenkung?
Mousyperson ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 06.03.2017, 11:16   #3 (Permalink)
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Standard AW: Taumeln/Benommenheit nach aufwachen

Hey

Zwei Fragen häng ich einfach mal an mousypersons post ran:
- lebt die Maus allein? (Keiner zum warmhalten da)?
- warum weckst du die Maus regelmäßig? Das ist schon ne Art Stress, den man eigentlich vermeiden könnte...
Lumi ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 07.03.2017, 16:43   #4 (Permalink)
Babymaus
 
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Beiträge: 2
Standard AW: Taumeln/Benommenheit nach aufwachen

Hey, erstmal vielen lieben Dank für die Antworten und grad auch die Rückfragen -da hab ich nämlich grade das erste mal das Feeling,das sich irgendwer wirklich für interessiert und nachdenk, woher diese Anfälle kommen könnten, bisher hab ich nämlich lediglich ein "Du bist sowas von überbesorgt" zu hören bekommen .

Die Sache mit dem Kurzzeit-Topor kannte ich noch gar nicht,find´s aber unheimlich spannend, bin mal gespannt was da noch für Forschungsergebnisse kommen -vor allem weil es zu dem was da steht echt passen könnte: ich habe tatsächlich gelüftet ,und auch wenn es desshalb definitiv nicht kalt im zimmer geworden ist (ich schätze, 23° werden es wohl noch gewesen sein, Normaltemperatur bei mir im Zimmer ist 25°),wurde es dennoch natürlich merklich kälter, und ich könnte mir vorstellen dass der kleine das irgendwie mitbekommen hat O.O
Der Tierarztbesuch verlief nämlich auch ohne besondere vorkomnisse, keine Krankheiten auffindbar,auch wenn meine TÄ es für nicht unvorstellbar hält, das sowohl sein Kreislauf als auch Immunsysthem einfach generell nicht so der Burner sind, da er nicht nur ein Flaschenkind sondern auch deutlich der "Mickerling" im Wurf war. Ich schau jetzt mal ,ob man in die Richtung was mit homöpathischen Mitteln aufbessern kann .
Bisher sind wir übrigen von einer weiteren Wiederholung des "Phänomens" verschont geblieben.


Zu den Fragen:
- Das erste mal ist es mir tatsächlich bei der Reinigung aufgefallen ,allerdings war direkt nach den 5 minuten,in denen ich geputzt habe wieder Futter im Napf verfügbar

-damit auch die frage nach dem wecken : das erste mal habe ich saubermachen müssen, weil die Trinkflasche ausgetropft ist ,und als ich die Kleinen dafür kurz geweckt abe ist mir das Ganze halt das erste mal aufgefallen. Das zweite mal war zu meiner Schande aus purem Schiss, ich habe mich gesorgt und konnte die Sache nicht so ganz "abschütteln", also habe ich es nicht lassen können es drauf ankommen zu lassen und zu gucken,ob das ganze direkt nach einer unsanften Weckung (ist das ein anerkanntes wort? ) wieder losgeht, einfach,weil ich eben sehr ähnliche Symptome von mir selber in der selben Situation kenne. Normalerweise wecke ich die Fellbälle natürlich nicht einfach täglich Random auf, wir werden alle drei schon oft genug von den streitenden Nachbarn aus dem Schlaf gerissen ,das reicht uns völlig

- Pro Rennmaus gebe ich normalerweise einen gehäuften Esslöffel selbstgemischtes Körnerfutter,und davon ist meistens am nächsten Tag auch noch ein kleiner Rest übrig. Außerdem gibt es mindestens jeden zweiten Tag selbstgezogenes Gras von meiner Mini-Fensterbankwiese, und ergänzend das normale Frischfutter wie Möhrchen,Kürbis, Löwenzahn oder Paprika . Heu ist eigentlich immer da,allerdings wird das mehr zum spielen und pennen benutzt als zum essen . Für den Eiweißbedarf gibt´s Mehlwürmer, ich "züchte" die Tierchen selbst und leide beim verfüttern immer ein wenig mit Aber die kleinen finden´s Klasse, die jagen wie Katzen,wenn auch um einiges weniger elegant
Außerdem gibt´s regelmäßig Haselnusszweige zum klettern und knabbern,momentan auch mit leckeren Kätzchen drann.

-Gellert lebt mit seinem (ihm kein bischen ähnlich sehenden) Zwillingsbruder Ron zusammen, der war allerdings von der komischen Taumelei überhaupt nicht betroffen-im Gegenteil,der ist gleich nach der unhöflichen Aufweckaktion empört weggezischt wie aus der Kanone geschossen, von Startschwierigkeiten keine Spur. Da die beiden noch relativ klein sind liegt momentan auch noch jederzeit eine Mini-Wärmflasche (zweckentfremdet,war soweit ich weis ursprünglich für Puppen gedacht ) im Nest. Gerade das hat mich ja so ins grübeln und sorgen gebracht, die beiden fressen das selbe Futter und waren natürlich beide im Raum anwesend,als ich das Fenster aufgemacht habe, aber nur Gellert hat sich merkwürdig verhalten. Ron ist aber auch gute 3 cm länger und um einiges kräftiger , während Gellert eben schon immer "der kleine" war .

Ich werd in Zukunft auf jeden Fall irgendwie versuchen, das Gehege zu isolieren,wenn ich das Fenster öffnen muss (vieleicht eine Decke drüber? eine zweite Wärmflasche reinpacken?) und das ganze weiter im Auge behalten, notfalls ziehen die beiden in den Flur,der hat nämlich gar kein Fenster und ich kann die Tür schließen (und die Türritze zustopfen ) ,wenn das Schlafzimmer gelüftet werden muss.
Remington ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
Alt 07.03.2017, 18:45   #5 (Permalink)
Hausmaus im Mausehaus (o;
 
Benutzerbild von Mousyperson
 
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Beiträge: 1.127
Standard AW: Taumeln/Benommenheit nach aufwachen

Wenn da eine Decke über die offenen Käfigbereiche/Gitter gehängt wird, sollte das eigentlich reichen, wenn das Fenster keine "Stunden" offen bleibt. Wenn man einen 25 Grad warmen Raum lüftet, ist man da ganz schnell mal unter 20 Grad, wenn die Außentemperatur entsprechend weit unten liegt. Warum gibst Du die Wärmflasche?

Bei der nächsten Reinigung würde ich ganz speziell darauf achten, ob da Futterreserven irgendwo verbuddelt sind, ich denke dass es die Kombination aus Reinigungsstress und Kälte sowie dem möglicherweise verbundenen Verlust eines Vorratslagers war. Da du geschrieben hast, dass es den "Mickerling" betrifft, ist der Verlust von Nahrung für ihn essentiell. Hast Du mal als Erlebnisfutter Hirsekolben oder Flachs gegeben? Wegen dem Mickerchen würde ich generell so etwas als Zusatzfutter für den Eventual-Bedarf geben. Wenn sie gepäppelt werden muss, ist hier ein guter Thread:
Päppelkost Rennmaus

Wurde bei dem Tierarztbesuch eigentlich die Maus abgehört, so dass mögliche Anfänge einer Atemwegserkrankung ganz sicher ausgeschlossen werden können?
Mousyperson ist offline   Seitenanfang Mit Zitat antworten
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gleichgewichtsstörungen, rennmaus, schwindel, taumeln

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