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Alt 31.10.2005, 14:00   #1 (Permalink)
Inventar
 
Benutzerbild von Betzi
 
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Standard Wie man Renner vergesellschaftet

Hallo,

da hier schon öfters die Frage aufgetaucht ist, wie man Renner (mongolische Wüstenrennmäuse) vergesellschaftet, habe ich mir gedacht, ich schreibe es hier einmal zum nachlesen für alle nieder.

Es gibt 2 Möglichkeiten der Vergesellschaftung, die Kleinraummethode und das Trenngitter.

Kleinraummethode:

Die Kleinraummethode empfehle ich bei der Vergesellschaftung mit Jungtieren (bis 6 Wochen).

Erstmal die Renner in der Badewanne laufen lassen und sehen, was passiert. Die Renner nicht zu lange in der Badewanne lassen, nur so 10-15 Min., denn viel Platz ist bei Vergesellschaftungen nicht förderlich.

Wenn sie sich nicht beißen, dann beide mit reichlich Heu und etwas Futter in eine Transportbox o.ä. und 2-3 Tage schmoren lassen. Wichtig ist, dass die Tiere nicht viel Platz haben.

Für die Zeit in der TB regelmäßig die Trinkflasche reinhalten oder ein Stück Apfel o.ä. reinlegen, damit sie auch Flüssigkeit aufnehmen.

Die TB immer gut beobachten. Wenn die Renner sich käbeln ist das ok, sie dürfen sich aber nicht kugeln bzw. böse beißen.

Läuft es in der TB gut, dann ab mit ihnen ins neue Heim (erst nach 2-3 Tagen). Das Heu aus der TB samt den Tieren ins neue Heim packen. Renner orietieren sich am Gruppengeruch. Wenn auf einmal alles neu riecht, ist der Gruppengeruch aus der TB verschwunden und es gibt Streit.

Auch jetzt heißt es erstmal: weinig Platz geben und es ist besser, das neue Heim erstmal mit einem Brett o.ä. in eine kleines Abteil zu trennen, um die Renner dort hinein zu setzen. Nach und nach jeden oder jeden 2. Tag ein wenig mehr Raum anbieten. Sollten die Tiere sich käbeln, sobald sie mehr Platz bekommen, dann wieder kleiner setzen und noch einmal 1-2 Tage warten. Das ganze so lange durchziehen, bis sie alles in Beschlag genommen haben.

Während der Vergesellschaftung nie die Streu wechseln, sondern immer etwas druntermischen. Auch wenn alles gut gelaufen ist, min. die ersten 3 Wochen keine Streu wechseln.

Die Einrichtung auch erst viel später ins Rennerheim stellen. Erst wenn die Renner den vollen Platz nutzen und alles über einen längeren Zeitraum gut läuft, die Einrichtung reinstellen. Papprollen, Äste und Anderes zum Zernagen kann man natürlich sofort anbieten. Auch ein Sandbad sollte von Anfang an dabei sein.

Je nachdem wie groß das neue Heim sein wird, am besten nie die komplette Streu wechseln, sondern nur teilweise. Ich streue z.B. nach der Reinigung (alle 6-8 Wochen) immer noch alte Streu über die neue.

Trenngitter

So ein Trenngitter ist einfach zu bauen. Man holt sich im Baumarkt ein paar Holzleisten und etwas Kanickeldraht. Aus den Holzleisten baut man sich einen Rahmen, der so in das Aqua o.ä. paßt, dass er es in 2 Hälften teilt. Auf diesen Rahmen tackert man dann den Kanickeldraht. Dann nochmal einen Rahmen darauf, damit sich die Renner nicht an dem Draht verletzen. Um das Ganze standfester zu machen, habe ich an den unteren Rahmen noch Metallwinkel geschraubt.

Nun geht es ans Vergesellschaften. Aqua mit einem zusätzlichen Brett teilen (oder noch kleiner) und mit dem Trenngitter auf einer Hälfte noch einmal teilen, quasi vierteln. Für eine Vergesellschaftung sollten Renner nicht so viel Platz haben, denn die fremden Gerüche sollen sich zu einem vermischen.

Auf jede Seite des Gitters etwas Einstreu und eine Maus, aber keine Einrichtung, auch keine Häuser (ein Sandbad darf aber sein). Die Tiere sollen sich nicht verkriechen, sondern mit dem neuen Partner konfrontiert werden. Papprollen kann man zum abreagieren aber immer mal reinwerfen.

So 2-3 mal am Tag müssen die Seiten getauscht werden, d.h. die eine Maus raus, andere Maus rein und das Ganze auch auf der anderen Seite. Das macht man so ca. 1-2 Wochen.

Danach kommt die Badewanne zum Einsatz. Man bewaffne sich mit Handschuhen und einer Blumenspritze und dann setze man möglichst zeitgleich die Renner in die Badewanne. Dies macht man, um zu schauen, wie die Renner sich aneinander gewöhnt haben und wie sie sich vertragen. Aber nicht länger als 10-15 Minuten in der Badewanne lassen, denn auch hier gilt erstmal nicht zuviel Platz anbieten.

Vertragen sie sich nicht, dann wieder zurück ins Trenngitter und weiter machen. Bei erwachsenen Rennern kann es schon mal ein Weilchen dauern, da braucht man einfach Geduld. Nur nicht aufgeben.

Wenn sie sich vertragen, dann packe ich sie noch eine Nacht mit viel Heu (sitzen die sowieso platt) in eine Transportbox. Für den Durst lege ich ein Stück Apfel hinein oder halte hin und wieder mal die Wasserflasche rein, Körnerfutter einfach so reinwerfen.

Das Ganze wird wieder beobachtet. Sie dürfen sich ein wenig käbbeln, aber nicht kugeln. Kugeln sie sich, dann sollte man sie wieder trennen und ab ins Trenngitter.

Ist die Nacht gut überstanden, kommen sie noch ca. 3 Tage zusammen auf eine Seite des Trenngitters (das Heu aus der TB mit hinein schütten). Nach diesen 3 Tagen würde ich das Trenngitter immer weiter verschieben, bis sie die Hälfte des Aquas erobert haben. Alle paar Tage dann mit dem Brett den Platz vergrößern, bis sie das ganze Aqua für sich haben.

Niemals den kompletten Platz auf einmal anbieten, das gibt zu 99 % Zoff.

Während der ganzen Zeit die Renner immer gut beobachten. Kommt es zum Streit, den Platz einfach wieder kleiner setzen, ein paar Tage warten, dann wieder mehr Platz bieten. Im Notfall nochmal in die TB und wieder ganz klein anfangen. Das kommt aber selten vor.

Die Einrichtung würde ich auch hier erst viel später und nach und nach reingeben. Papprollen o.ä. kann man aber immer reinwerfen. Die helfen beim Streßabbauen und erhöhen die Streu.

Es hört sich etwas schwierig an, ist es aber gar nicht. Man braucht nur Geduld.

Hoffentlich habe ich bei der Beschreibung nichts vergessen. Sollte dem so sein, dann bitte nachtragen.

Lieben Gruß

Betzi
Betzi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.10.2005, 22:36   #2 (Permalink)
Giftzwerg vom Nachtdienst
 
Benutzerbild von Angelus Noctis
 
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Kleine Ergänzung: Es gibt mehr als 2 Methoden, um Renner zusammenzuheiraten. Auch von diesen Techniken kann man einige gut verwenden...
Und Trenngitter halte ich gerade bei Mongolen als alleinige Methode nicht unbedingt für die beste. Aber das ist jetzt meine persönliche Meinung und Erfahrung.


Angelus
Angelus Noctis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.10.2005, 22:51   #3 (Permalink)
Inventar
 
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Leider halte ich von den anderen aufgeführten Techniken rein gar nichts. Ich halte nicht viel davon, Rennern beim kennenlernen über einen längeren Zeitraum viel Platz zu geben und vom besprühen mit Duftstoffen möchte ich eher abreten, wegen des empfindlichen Geruchsinns.

Allerdings habe ich hier auch ein paar ziemlich agressive Tiere sitzen und bin deshalb bei Vergesellschaftungen sehr vorsichtig.

Mit dem Trenngitter habe ich die besten Erfahrungen gemacht.

Womit bist Du denn bist jetzt am besten zurecht gekommen?
Betzi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.11.2005, 11:07   #4 (Permalink)
Giftzwerg vom Nachtdienst
 
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Zitat:
Original von Betzi
Womit bist Du denn bist jetzt am besten zurecht gekommen?
Auch wenn Du es nicht glaubst, Etappenmethode.
Trenngitter hab ich schon vor Jahren aufgegeben. Zum einen waren die Resultate mehr als mies, zum anderen haben sich die Tiere teilweise sogar verletzt.
Bei der Etappenmethode haben sie am Anfang genug Platz, damit sie sich aus dem Weg gehen können und man das Aggressionspotential sehr gut beobachten kann. Tiere, die da hochaggressiv reagieren, zwinge ich auch nicht zusammen. Hat meiner Erfahrung nach ohnehin keinen Zweck.

Zur Duftmethode noch eine kleine Anmerkung: Ich halte auch nicht viel davon. Wenn, dann tendiere ich zur Variante mit den Kloecken, bei krassen Fällen zum Rüdenabwehrspray, da das selbst den Geruch nicht überdecken, sondern neutralisieren soll. Ich find es aber nur als Ergänzung in schwierigen Fällen gut.


Angelus
Angelus Noctis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.11.2005, 13:00   #5 (Permalink)
Heike
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Hallo!

Mit dem Streutausch als Vorspiel fürs Vergesellschaften hab ich auch gute Erfahrungen gemacht, aber von sämtlichen Duftgeschichten würde ich einfach die Finger lassen. Vergesellschaften auf Biegen und Brechen macht leider, wie Angelus ja schon sagte, keine Sinn und diese Duftneutralisation macht bei mir immer so´n bißchen den Eindruck, das man genau das jetzt versucht.

Andererseits ist das Trenngitter ja auch mehr oder weniger so wie Betzi das beschrieben hat, ein Vorspiel für den Kleinraum, also auch mehr oder weniger dasselbe wie Angelus Etappenmethode, wenn es danach in die Badewanne geht.

Um das mal abgzugrenzen, bei Trenngitter denke ich immer daran, das die gesamte Vergesellschaftung an einem Schauplatz abläuft. Wen also die Aggressionen am Trenngitter vorbei sind und sie meinetwegen eine Nacht Hintern an Hintern am Gitter verbracht haben, kann man es, mit Handschuhen und Blumenspritze bewaffnet, wagen das Trenngitter weg zu nehmen und wenn es geklappt hat passiert nichts, außer das zwei glückliche Mäuse endlich schlafen gehen können.

Was ich allerdings nie nie nie machen würde bei Mongolen ist, zwei erwachsene Mäuse sofort in die Badewanne oder auf sonst irgendeinen neutralen Boden zusammen zu setzten und ich würde sie auch niemals über Nacht in der BaWa sitzen lassen. Das würden meine Nerven einfach nicht mitmachen.

Was vielleicht auch noch wichtig ist, für Erfolg und Mißerfolg einer Vergesellschaftung, man sollt Mäusen wenn ihr Partner gestorben ist erst mal etwa zwei Wochen Zeit geben, bevor man versucht sie zu vergesellschaften. Sie scheinen dann bereiter zu sein einen anderen Partner zu akzeptieren. Bei sehr aggressiven Mäusen können 4-6 Wochnen wahre Wunder wirken!

Ich hab hier so´ne Terrormaus sitzen, die war sechs Wochen allein (was allerdings nur so halbfreiwillig war) und ich habe sie letztes Wochenende völlig problemlos mit zwei Rennmauskindern vergesellschaftet.Die Methode die ich gewählt habe ist die von Betzi beschriebene Kleinraummethode. Sie sitzen noch nicht auf der ganzen Aquafläche, aber die Rangordnung scheint jetzt klar zu sein und alles sieht wirklich gut aus.

LG


Heike
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Alt 27.10.2007, 20:00   #6 (Permalink)
Babymaus
 
Registriert seit: 27.10.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 6
Standard AW: Wie man Renner vergesellschaftet

Zitat:
Zitat von Angelus Noctis Beitrag anzeigen
Auch wenn Du es nicht glaubst, Etappenmethode.
Welche ist denn das? Wo wird die beschrieben?

Gruß ergo
ergo ist offline   Mit Zitat antworten
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