In einer Farbmausgruppe herrscht eine klare Hierarchie.
Es gibt innerhalb der Gruppe rangniedere und ranghöhere Tiere.
Jeder Eingriff in diese Gruppenhierarchie kann zum Auseinanderbrechen der Gruppenkonstellation führen.
Aus den verschiedensten Gründen kommt es jedoch vor, dass Farbmausgruppen vergrößert oder zusammengelegt werden müssen oder auch Mäusen aus Einzelhaft zu einem artgerechten Gruppenleben verholfen werden soll. Des Weiteren ist es in seltenen Fällen ab und an erforderlich, eine oder mehrere Mäuse aus Krankheitsgründen von der Gruppe zu trennen. Dies sollte allerdings die absolute Ausnahme bleiben wie z.B. bei Knochenbrüchen, wo die Tiere sich möglichst wenig bewegen sollen. Ansonsten sollten Mäuse bei Krankheit nicht von ihrer gewohnten Gruppe getrennt werden.
Auch bei Mobbing müssen mitunter Tiere aus einer Gruppe herausgenommen werden, wenn ohne Trennung ein friedliches Zusammenleben nicht möglich ist.
All dies stellt einen erheblichen Eingriff in die Gruppenhierarchie dar. Die neu einzugliedernden Mäuse haben in der Gruppe noch keinen zugeordneten Platz.
Da Farbmäuse zudem sehr revierfixierte Tiere sind und daher ihr angestammtes Revier gegen jeden Eindringling verteidigen, muss beim Integrieren eine wesentliche Grundregel beachtet werden:
Mäuse dürfen niemals „einfach so“ in ein fremdes Revier gesetzt werden!
Eine falsche oder gar fehlende Vergesellschaftung (Integration) kann zu schweren Revierkämpfen mit ernsten Verletzungen, ja sogar zum Tod einer Maus führen!
Um diese Probleme zu vermeiden und auch dem unerfahrenen Maushalter eine erfolgreiche Vergesellschaftung zu ermöglichen, werden unter den folgenden Links grundlegende Informationen zu möglichen Gruppenkonstellationen und Vergesellschaftungsmethoden vorgestellt:
Jede Farbmaus-Vergesellschaftung sollte gut durchdacht und geplant sein, ansonsten werden weder die Tiere noch der Halter während und nach der VG glücklich. Besonders bei erkrankten oder schwachen Tieren muss unbedingt vor einer VG gut abgewogen werden, ob überhaupt und wenn ja, mit wie vielen Mäusen vergesellschaftet werden kann. In einigen Fällen ist auch eine kleinere Gruppe sinnvoller als eine Groß-VG mit 10 oder mehr Mäusen.
Man sollte bedenken, daß jede Vergesellschaftung extremen Stress für die Tiere bedeutet, der sogar lebensverkürzend wirken kann. Daher sollten Farbmäuse maximal dreimal in ihrem Leben vergesellschaftet werden.
Die zeitlichen Abstände zwischen den Vergesellschaftungen sollten nicht weniger als 4-6 Monate betragen.
Solange es mindestens 2 Tiere sind, die sich gut verstehen, ist es völlig unnötig, nach wenigen Tagen bzw. wenigen Wochen eine VG mit weiteren Mäusen zu starten, da dies einerseits nur erneut zu enormen Stress führt und andererseits die Anzahl der VGs im Leben der Maus so innerhalb kurzer Zeit „verbraucht“ wird. Außerdem kann es unter Umständen passieren, daß eine intakte 2-er Gruppe durch die Neuankömmlinge zerbricht und sich beim eventuell notwendigen Trennen auch diese Tiere nicht mehr miteinander verstehen.
Ausnahmen:
- Einzeltiere, welche beispielsweise bei einer gescheiterten Vergesellschaftung „übrig“ blieben oder nach einer Quarantänezeit dringend wieder der Gesellschaft anderer Mäuse bedürfen
- Ältere Mäuse, die zwar bereits mehrfach vergesellschaftet wurden, jedoch die Partnertiere schon verstorben sind. Wenn es der Gesundheitszustand der „Senioren“ erlaubt, sollten auch diese möglichst friedliche, falls möglich ebenfalls ältere Gesellschaft erhalten, denn es ist keineswegs gerechtfertigt, ein hochsoziales Rudeltier wie eine Maus nur aufgrund des hohen Alters einsam sterben zu lassen.